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Vielleicht erinnern Sie sich auch noch an die Zeiten, in denen es in fast jedem Auto eine Decke gab. Als die Autoheizungen besser wurden, wurde die Decke scheinbar überflüssig. Doch dann stellte man fest: Sie fehlt. Und zwar dann, wenn verletzte oder verunfallte Personen vor Unterkühlung, Wind und Feuchtigkeit geschützt werden sollten. Seit 1998 gehört die Rettungsdecke oder –folie deshalb zum Sortiment eines jeden Verbandskastens. Aber wie funktioniert sie? Und unterscheidet sich die goldene von der silbernen Seite? Das wollte ein Leonardo-Hörer aus Dortmund wissen. Die Kleine Anfrage hat sich die zwei Seiten der Rettungsdecke einmal genauer angesehen.
Zusammengefaltet passt sie in jede Hosentasche. Sie ist dünner als ein menschliches Haar und hat ungefähr die Größe eines Doppelbettes. Auf der einen Seite glänzt sie silbern und auf der anderen golden. Seit 1998 muss sie in jedem Verbandkasten vorhanden sein, um Verletzte vor allem vor Kälte, Wind und Feuchtigkeit schützen zu können - die Rettungsdecke.
Reflektierendes Material
Sie besteht aus einer mindestens 12 Mikrometer dünnen Polyesterfolie, die auf der einen Seite mit Aluminium beschichtet ist – das ist die Silberseite. Die andere Seite ist goldfarben lackiert. Durch die Metallbeschichtung wird die Wärmestrahlung, die der menschliche Körper abgibt, reflektiert.
Wärmeleitung
Weil Luft Wärme besonders schlecht leitet, ist es wichtig, dass zwischen Haut und Decke immer ein kleines Luftpolster ist, das die Wärme sozusagen isoliert. Welche Seite der Rettungsdecke dann im Ernstfall zum Körper zeigt, ist völlig egal. Denn für die Reflektion von Wärmestrahlung eignen sich sowohl Gold und als auch Aluminium.
Wärmestrahlung
Physikalisch gesehen reflektiert Gold zwar zu 99 Prozent die infrarote Wärmestrahlung und Aluminium nur zu 97 Prozent – aber das spielt beim Einsatz der Rettungsdecke keine entscheidende Rolle. Forscher haben ermittelt, dass der unterschiedliche Reflektionsgrad maximal einen Temperaturunterschied von einem Grad Celsius ausmacht.
Schützt auch vor Sonne und im Schnee
Die Rettungsdecke kann übrigens auch als Sonnensegel umfunktioniert werden, um Verletzte vor Überhitzung zu schützen. Welche Seite der Decke dabei zur Sonne gewendet wird, spielt auch hier nur eine untergeordnete Rolle. Nur im Schnee ist es sinnvoll, die goldfarbene Seite nach außen zu drehen, um von den Rettungskräften besser gesehen zu werden.
Kostenfrage
Die Materialstärke der Decke muss übrigens mindestens 12 Mikrometer betragen, um Verletzte über eine kurze Distanz darin transportieren zu können. Warum die Rettungsdecke bis heute zweifarbig ist, darüber lässt sich nur spekulieren. Ein möglicher Grund könnte sein, dass die Aluminisierung teurer ist, als die goldfarbene Lackierung.
Autor/in:
Larissa Mohar
Redaktion:
Martin Gent
Die Kleine Anfrage: Wie funktioniert eine Rettungsdecke?










