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In Münster ist das Auto bei der Verkehrsmittelwahl längst auf den zweiten Platz gerutscht. Nummer eins in der Gunst der Münsteraner ist das Fahrrad, täglich werden rund 400.000 Fahrten auf zwei Rädern erledigt. Allein durch den Fahrradboom wurde das Radfahren in der Universitätsstadt sicherer, "safety in numbers" nennen die Verkehrsforscher diesen Effekt. Trotzdem wurden im Jahr 2008 rund 660 Radfahrer verletzt. Um die Zahl weiter zu senken, sind neue Rezepte nötig. Klassische Bordsteinradwege sind beispielsweise mitunter ein echtes Risiko, weil Radfahrer dort leicht übersehen werden. Stattdessen planen Verkehrsforscher lieber großzügige Radspuren direkt auf der Fahrbahn. Statt harter Strafen für Rotlicht-Radler setzen sie auf fair verteilte Ampelzeiten und versuchen auf Fahrrad-Hauptrouten eine grüne Welle einzurichten. Solche Maßnahmen befördern eine neue Verkehrskultur, in der sich alle – Radfahrer, Autofahrer und Fußgänger – mit Respekt und auf Augenhöhe begegnen. Gerade Autofahrer werden lernen müssen, dass sie auf der Straße auch nur Gast sind.
Autor/in:
Michael Stang
Redaktion:
Martin Gent






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