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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 02.07.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr

Service Umwelt: "Grün zu Grün" nicht immer erwünscht

Gartenabfälle gehören nicht an den Waldrand

Kaum einen Wald kann man betreten, ohne dass einen am Rand Gartenabfälle und ganze Balkonkästeninhalte begrüßen. Da sieht man dann noch den Thuja-Schnitt oder die Geranien aus dem grün-braunen Haufen herausgucken und ärgert sich vielleicht über den unappetitlichen Müllberg.
Die "Täter" aber meinen, etwas Gutes zu tun: Grün zu grün, biologischer Kreislauf in direktester Form. Doch sie irren: Gartenabfälle sind nicht nur hässlich, sondern stören ökologischer Kreisläufe sogar, sind also wirklich umweltfeindlich.
Frank Emde ist Pressesprecher des Bundesamtes für Naturschutz in Bad Godesberg.

Neun Argumente gegen das Ablagern von Grünabfällen am Waldesrand


Gartenabfälle am Waldrand oder auf Grünflächen abzukippen, führt keine wertvollen Nährstoffe in die Natur zurück, sondern gefährdet die Artenvielfalt.

Gerade die Kulturpflanzen, die unsere Balkonkästen oder unsere Gärten schmücken, enthalten sehr viele Nährstoffe. Zu viele, denn die Natur versorgt sich eigentlich ganz gut selbst. Pflanzengemeinschaften, die es eher nährstoffarm lieben, geraten so in Schwierigkeiten. Stickstoff liebendes Unkraut wie Brennnesseln breitet sich aus.

Übermengen an Nitrat können bis zum Grundwasser durchsickern und belasten so unser Trinkwasser und letztlich unsere Gesundheit.

Gärungsprozesse und deren Produkte, wie sie Gartenbesitzer vom Grasschnitt kennen, belasten die Mikroorganismen im Boden.

Einige Exoten unter den Garten- und Balkonpflanzen können in der freien Natur überleben. Manche von ihnen sind „invasiv“, erobern und besetzen also ganze Lebensräume, meist zu Lasten heimischer Pflanzenarten. Wie zum Beispiel das Springkraut. Letztlich belastet das nicht nur die Pflanzenwelt. Auch die Tiere, allen voran die Vogelarten, können dadurch gefährdet werden.

Einige Pflanzenarten wie die Scheinzypressen enthalten soviel Säure, dass sie sich ihre Umgebung frei von konkurrierendem Bewuchs halten. Und so verändert abgelegter Grünschnitt von Thuja-Hecken auch das Milieu in seiner Umgebung.

Grünabfälle sind kein schöner Anblick. Für Spaziergänger sind solche organischen Abfallhaufen, egal wie grün sie aussehen mögen, eben genau das: Abfall.

Hinzu kommt das „Broken Windows Syndrom“: Wo einmal Abfall liegt, fühlen sich Mitmenschen ermutigt/entschuldigt, wenn sie selbst noch ganz andere Abfallarten dazulegen: alte Waschmaschinen, Autobatterien, Hausmüll.

Auch die Ablagerung von „grünem Abfall“ ist daher kein Kavaliersdelikt, sondern eine bußgeldbewehrte Ordnungswidrigkeit

Autor/in:

Gespräch mit Franz Emde

Redaktion:

Detlef Reepen

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