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Service Computer: Digitales Geschnatter
Wofür braucht man den Kurznachrichtendienst "Twitter"?
Moderation: Franz-Josef Hansel
„Twitter“ ist ein kostenloser Dienst, mit dem man kurze Nachrichten, Meinungen oder sogar Fotos schnell und unkompliziert im Internet veröffentlichen kann. Lesen können die „Tweets“ genannten Nachrichten entweder alle anderen Twitter-Nutzer oder nur die, denen man das explizit erlaubt hat. Aber „Twitter“ ist mehr als nur ein einfaches Chat-System.
Follow me!
Der erste Schritt zum „Mit-Schnattern“ ist die Eröffnung eines Accounts beim Betreiber des Internet-Dienstes unter „www.twitter.com“. Benutzername, Passwort und E-Mail-Adresse werden angegeben – und schon kann es losgehen. Zweiter Schritt: Man sucht nach Freunden, Bekannten, Kollegen oder interessanten anderen Twitter-Nutzern. Über eine kleine Suchmaschine lassen sich die Twitter-Angebote anderer Nutzer finden. Durch Aktivieren der Funktion „Folgen“ werden dann die Nachrichten des anderen Nutzers abonniert. Sobald der „Verfolgte“ eine neue 140-Zeichen-Nachricht veröffentlicht hat, wird sie automatisch im eigenen Konto-Fenster angezeigt. So entsteht eine Art virtuelle Gruppe, die untereinander diskutiert oder sich einfach nur aktuelle Geschehnisse mitteilt.
Soziales Netzwerk
Die ursprüngliche Idee von Twitter: Jeder Nutzer sollte regelmäßig einfach eine kurze Antwort auf die Frage „Was machst Du gerade?“ ins System einstellen. Mittlerweile wird in Twitter aber auch getratscht, was das Zeug hält. Jeder kann dort seinen Senf zu jedem beliebigen Thema beisteuern. So entstehen nicht selten abwegige, oft aber auch intelligente Diskussionen zum aktuellen Geschehen. Wer die eigenen Kurznachrichten liest, das weiß man als Schreiber nicht immer. Denn zum einen kann man anonym über die Suchfunktion gefunden werden. Außerdem können andere Nutzer auch sehen, welche Nachrichten anderer Twitterer man abonniert hat. Stöbert man also durch die Abos eines Kollegen, findet man auf diese Weise sicher auch Angebote von anderen interessanten Leuten. So wächst allmählich ein eigenes Netz und man sorgt auch für das Wachsen der Netze von anderen Nutzern. Aber: Man kann sein Konto auch sichern: Will dann ein anderer Twitter-Nutzer die von einem selbst abonnierten Tweets lesen, muss man das vorher genehmigen.
Mobil-Geschnatter
Um immer auf dem Laufenden zu sein, Meldungen lesen und schreiben zu können, gibt es mehrere Möglichkeiten. Über die Twitter-Website können Tweets gelesen, abonniert, abbestellt und geschrieben werden. Daneben gibt es unzählige kleine Twitter-„Clients“ – Programme, die sich frei auf dem Desktop platzieren lassen. So kann man gleichzeitig mit dem Computer arbeiten und die Twitter-Nachrichten verfolgen. Besonders praktisch: Für viele Internet fähige Handys (Smartphones wie iPhone, BlackBerry, Android) sind eigene Twitter-Clients zu haben. Auf diese Weise kann man auch unterwegs jederzeit lesen und schreiben.
Nicht ungefährlich
Das größte Problem bei Twitter ist – wie in den meisten Systemen diese Art – die Anonymität. Ob sich tatsächlich derjenige hinter einem Twitter-Namen verbirgt, den man dahinter vermutet, lässt sich nicht immer sicher sagen. Gerade dann, wenn man sein Twitter-Konto offen hält, hat man schnell eine lange Liste merkwürdiger Nutzer angesammelt. Vor allem dann, wenn man von einem Unbekannten einen Tweet mit eingebautem Link auf eine Website im Internet bekommt, sollte man vorsichtig sein. Häufig landet man dann auf zwielichtigen Seiten oder solchen, die mit Viren und anderen Schadprogrammen verseucht sind.
Meinungsbildung
Ein interessanter Aspekt von Twitter ist, dass sich durch die große Nutzer-Zahl ein Meinungsbild zu gängigen Themen bildet. Möglich wird das durch so genannte „Hashtags“ (Hash: Raute, Tag: Schildchen). So ist es in Twitter üblich, vor Schlüsselbegriffe im laufenden Text eine Raute (#) zu setzen.
Beispiel
„Ich höre gerade #leonardo auf #wdr5“
Nach den Begriffen „leonardo“ und „wdr5“ lässt sich anschließend im System gezielt suchen. Wer die Suchbegriffe eingibt, bekommt alle Tweets angezeigt, die die beiden Hashtags enthalten. Gerade bei aktuellen Geschehnissen wie jüngst bei der Loveparade, bei Wahlen oder extremen Wettersituationen kommen da schnell viele Tweets zusammen, aus denen man sich dann einen Überblick verschaffen kann.
Autor/in:
Gespräch mit Michael Stein
Redaktion:
Joachim Hecker





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