Folge 12

Bild: Sascha Ott; Rechte: WDR
Leonardo-Küchenexperimente mit Sascha Ott

Styropor


Dieses Küchenexperiment präsentiert Chemie, so wie man sie sich vorstellt: Es stinkt und blubbert und das Resultat ist undefinierbarer ekliger Schleim. Wunderbar!


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Video: Blubb blubb, weg war es – Styropor verschwindet in Aceton [01:44]


DER VERSUCH

Männliche Experimentatoren müssen sich diesmal etwas mehr Mühe beim Zusammensuchen der Zutaten geben. „Schatz, wo hast du den Nagellackentferner?“ Wir brauchen nämlich:

  • eine kleine Flasche Aceton (keinen Nagellackentferner, das ist stark verdünntes Aceton)
  • ein Stück Styropor von irgendeiner Verpackung
  • ein altes Glas
  • ein Messer

Das Glas fülle ich ein Fingerbreit mit Aceton. Aus dem Styropor schneide ich eine möglichst lange Stange, so dick, dass sie noch in die Öffnung des Glases passt. Und dann tauche ich diese Styroporstange langsam ins Aceton.

 

DAS ERGEBNIS

Das Styropor löst sich auf. Unter heftiger Blasenbildung verschwindet die Styroporstange im Aceton. Kaum in Berührung mit der Flüssigkeit beginnt es zu blubbern und zu brodeln, als würde die ganze Suppe zu kochen beginnen. Und übrig bleibt nur ein zäher weißer Schleim. Wenn man die Styroporstange auf halbem Weg noch einmal ein wenig zurück zieht, dann sieht man, dass sich das Ende schon in eine zähe eklige Masse verwandelt hat.

 

DIE ERKLÄRUNG

Aceton ist ein Lösungsmittel. Als solches wird es ja auch eingesetzt, wenn es den festen Nagellack vom Fingernagel entfernen soll oder die Farbe vom Pinsel. Hier im Experiment macht es auch seinem Namen alle Ehre, denn es löst die chemischen Bindungen, die das Styropor zusammenhalten. Der chemisch korrektere Name für Styropor (Styropor ist wie Styrodur eigentlich ein Markenname) ist Polystyrol. Die Vorsilbe „Poly-„ deutet an, dass es sich um lange Molekülketten handelt.

Diese Ketten werden aufgeschäumt mit Pentan, das dann im Produktionsprozess durch Luft ersetzt wird. Styropor besteht zu 98 Prozent aus Luft. Wenn das Aceton die Bindungen löst, dann erkennt man am heftigen Blubbern, wie viel Luft in so einem Stückchen Styropor eingeschlossen ist. Luft leitet die Wärme erstaunlich schlecht. Daher macht der hohe Luftanteil Styropor zu einem hervorragenden Dämmstoff. Styropor schützt ein Haus etwa 60mal besser vor Kälte als Stein oder Beton.

Und hier noch eine Bitte: Aceton gehört nicht in den Abfluß. Kippen Sie vorsichtig mit einem Trichter das Aceton aus dem Glas zurück in die Flasche. Das geht fast vollständig, da sich die Styropormatsche schnell zu einem relativ festen Klumpen verhärtet.

 

FAZIT

Styropor besteht vor allem aus Gas. Und weil Gase die Wärme deutlich schlechter leiten als Feststoffe, können wir mit Styropor so gut unsere Häuser isolieren. Es ist also nicht nur ein spannendes Küchenexperiment, sondern auch veranschaulichter Klimaschutz.

Autor/in:

Sascha Ott

Redaktion:

Peter Ehmer




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Bild: Pfanne mit Atom; Rechte: interfoto/mauritius images/WDR[m]

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