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Bei seiner Rede vor dem deutschen Bundestag im September 2011 erklärte Papst Benedikt den Parlamentariern: Es müsse Werte geben, die man nicht durch Mehrheitsbeschlüsse ändern könne. Er berief sich dazu auf das Naturrecht. Nach diesem kann jeder Mensch kraft seiner Vernunft erkennen was richtig ist. Auch die Verfassung der Bundesrepublik kennt unverhandelbare Werte: z.B. die Würde des Menschen. Aber zu bestimmen, was sie konkret aussagen - geht das anders als über Mehrheiten in der Demokratie? Der Papst berief sich bei seiner Rede auf die Vernunft, mit der solche Werte erkannt werden könnten. Aber hält nicht jeder etwas anderes für vernünftig? Und geht es in der Demokratie eigentlich um die Vernunft, also das bessere Argument? Oder herrschen nicht vielmehr Sachzwänge über die Gewissen der Abgeordneten und der Bürger? Braucht es dagegen eine Tradition, die etwas hochhält, was keiner Mehrheit und keinem Sachzwang geopfert werden darf?
Autor/in:
Christoph Fleischmann
Redaktion:
Christina Maria Purkert






