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Ein Kind wird bald sterben. Das Kinderhospiz, wo es seine letzte Zeit verbringt, gestaltet seine letzten Tage und Stunden wie immer: Es wird in seinem Bett in die Malgruppe gerollt, wo es mit dem Pinsel sanft über das Papier streicht. Hier flüstert niemand oder geht auf Zehenspitzen, im Gegenteil: Man hört Lachen und aus manchen Zimmern laute Musik, einen Film. Ganz allmählich setzt sich eine andere Haltung in Krebsstationen und Palliativhäusern durch: Die letzte Zeit soll nicht nur eine Zeit des Abschieds sein, sondern so viel Leben und Alltag wie möglich. Im Büro von Monika Führer, einer Kinder-Palliativmedizinerin der ersten Stunde, hängt ein Zettel mit dem Satz: "Wer den Tod fürchtet, hat das Leben verloren." Es ist für sie die Essenz aus ihrer Arbeit. Sie hat von sterbenden Kindern gelernt zu leben: Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, in der Gegenwart zu leben, dankbar für das Leben zu sein.
Autor/in:
Gisela Keuerleber
Redaktion:
Christina-Maria Purkert
Lebenszeichen: Lachen und Leben bis zuletzt






