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Die Stadt Konya in Zentralanatolien gilt vielen Türken als eine Art Wallfahrtsort. Denn hier ist der islamische Mystiker Mevlana Jelal ad-Din Rumi beerdigt. Der Sufimeister aus dem 13. Jahrhundert gründete den weltbekannten Orden der drehenden Derwische, dessen Mitglieder noch heute den „Sema“ tanzen, einen Reigen, der symbolhaft die Ordnung des Kosmos darstellt. Der Mevlevi-Derwisch-Orden war über Jahrhunderte hinweg Ausdruck einer friedvollen islamischen Spiritualität und wurde weit über die Grenzen Anatoliens hinaus berühmt. Obwohl die Sufibruderschaft mit der Gründung der Republik Türkei in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts verboten wurde, existiert sie bis heute weiter. Mittlerweile dürfen die drehenden Derwische ihr Ritual zwar wieder öffentlich aufführen, doch wird dies offiziell nicht als religiöse Tradition bezeichnet, sondern lediglich als kulturelles Erbe des Landes.
Produktion des SWR 2010
Autor/in:
Ulrich Pick
Redaktion:
Christina-Maria Purkert
Lebenszeichen: Den Kosmos tanzen
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