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In deutschen Haushalten leben über 23 Millionen Heimtiere: etwa neun Millionen Katzen, ca. 5 Millionen Hunde, außerdem Kleinnager, Vögel, Reptilien und Fische. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Heimtieren ist unterschiedlich:
Katze: ca. 15 Jahre
Hund: ca. 12 Jahre
Wellensittich: ca. 10 Jahre
Kaninchen: ca. 7 Jahre
Hamster: ca. 2 Jahre
Das bedeutet, dass jährlich auch Millionen von Haustieren sterben: geschätzt etwa 600.000 Katzen und rund 400.000 Hunde und ein Vielfaches an Kleinnagern, Vögeln und Fischen.
Bedeutung der Haustiere für "ihre" Menschen
Für viele Tierbesitzer sind ihre Lieblinge weit mehr als einfach nur ein Haustier: Oft sind sie ein treuer Freund oder auch Ersatz für fehlende Partner und Kinder. Haustiere sind immer präsent, man kommt nicht in eine leere Wohnung. Ihre Bedürfnisse – wie Gassigehen, Füttern, Tierarztbesuche etc. sind Beschäftigung für den Menschen. Sie strukturieren den Tag – besonders wichtig für alte und/oder arbeitslose Menschen.
Trauer um das Haustier
Der geliebte Hund ist gestorben, die Katze tot – wie groß dieser Schmerz ist, kann nur nachempfinden, wer selbst ein Haustier hat. Plötzlich ist die Wohnung leer, der Ansprechpartner fehlt, man muss nicht mehr Gassi gehen, kommt also nicht mehr vor die Tür. Das Loch ist groß. Oft musste man sogar beim Tierarzt die Entscheidung treffen, das kranke oder alte Tier einschläfern zu lassen und kämpft mit Schuldgefühlen. Und die Vorstellung, dass der Liebling in einer Tierkörperbeseitigungsanstalt landet, macht den Schmerz noch größer.
Beerdigung im Garten
Seit 2004 wird die Tierkörperbeseitigung in Deutschland per Gesetz geregelt. Hunde, Katzen, Vögel und Kleintiere dürfen demnach im Garten vergraben werden – vorausgesetzt, das Tier ist nicht an einer meldepflichtigen Krankheit gestorben. Außerdem darf der Garten bzw. das Grundstück nicht in einem Wasserschutzgebiet liegen und zu öffentlichen Wegen und Plätzen ist ein Abstand von ein bis zwei Metern einzuhalten. Das Tier sollte in leicht verrottendes Material gepackt und mit etwa einem halben Meter Erde bedeckt werden. Im Zweifelsfall geben die Ordnungsämter Auskunft.
Tierfriedhöfe
In Deutschland gibt es inzwischen rund 100 Tierfriedhöfe. Die Zahl dieser Begräbnisstellen wächst genau so wie die der professionellen Tierbestatter - derzeit sind es rund 200. Zur Auswahl stehen anonyme Sammel- und Einzelgräber oder Reihengräber. Hier sind Grabstein und Blumenschmuck erlaubt. Wer möchte, kann sein Tier auch einäschern lassen. Die Urne kann dann auf dem Tierfriedhof begraben oder mit nach Hause genommen werden. Die Kosten liegen zwischen 100 und 1000 Euro. Für viele Tierbesitzer sind diese Friedhöfe ein wichtiger Ort, um zu trauern. Hier fühlen sie sich dem verstorbenen Tier noch immer nahe. Außerdem finden sie hier sozusagen Gleichgesinnte. Man kann also gemeinsam trauern, ohne belächelt zu werden.
Internet-Trauer
Wer sich die reale Beerdigung des Haustieres nicht leisten kann, der kann auch im Internet auf eine virtuelle Tiergedenkstätte zurückgreifen. Dort kann man virtuelle Gräber schaffen und pflegen oder Abschiedsbriefe verfassen. Aber es gibt auch viele Internet-Foren, in denen sich Tierbesitzer treffen und ihre Trauer teilen.
Praktische Tipps zur Trauerbewältigung
- Wenn man niemanden hat, mit dem man über seinen Schmerz sprechen kann, hilft oft ein Tagebuch. Dort kann man alle Gedanken und Gefühle zu seinem Tier eintragen und später nachlesen.
- Auch das Anlegen eines Fotoalbums mit Bildern des Haustiers beschäftigt und bedeutet zugleich einen Rückblick auf schöne, gemeinsame Jahre.
- Wer mit seinem Hund täglich die gleichen Wege gegangen ist, hat dort auch meistens die selben Hundebesitzer getroffen. Um zu vermeiden, dass man nach dem Verbleib des Hundes gefragt wird, kann man einfach mal woanders spazieren gehen – und neue Hunde-Bekanntschaften machen.
- Manche Tierbesitzer zögern aus Schuldgefühlen gegenüber dem gerade verstorbenen Haustier, mit der Anschaffung eines neuen – obwohl sie eigentlich gern möchten. Natürlich kann kein Tier das verstorbene ersetzen. Aber es kann für neue Erfahrungen Lebensfreude sorgen. Und wer einmal ein gutes Frauchen oder Herrchen war, kann das durchaus auch wieder sein. Und damit z.B. einem Hund, einer Katze oder einem Kaninchen aus dem Tierheim ein schönes Leben bereiten.
Studiogast:
Dr. Jens Feld, evangelischer Theologe
Redaktion:
Gabriele Kraiczek
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Hörerinnen und Hörer können sich live an der Sendung beteiligen über das kostenlose WDR 5 Hörertelefon 0800/5678-555.
Lesetipps:
"Tiere haben eine Seele - Menschen einen Gott" von Dr. Jens Feld, Steinkopf Verlag.
"Wenn das Haustier stirbt – vom Umgang mit der Trauer" von Claudia Ludwig, vgs Verlagsgesellschaft.
"Es ist doch nur ein Hund - Trauern um Tiere" von Claudia Pilatus, Kynos-Verlag.
Linktipps:
WDR Fernsehen - Daheim und unterwegs zu "Gottesdienst für Tiere" mit Dr. Jens Feld
WDR 5 Lebenszeichen "Es ist doch nur ein Tier", Hörfunk-Feature
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Kommentare
Playlist Musik
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19:24
Thunderball"12 Mile High"
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18:58
Calexico"Dub latina"
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17:54
Nils Wülker"Downhill"
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17:47
Gotan Project"Santa Maria (del buen aye)"
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17:36
G. Love"Hot cookin'"










Ihre Meinung zu dieser Sendung:
von Scott Krausen | 26.06.2012 15:40 Ich muss Ihrem Gast in zweierlei Hinsicht widersprechen:
Erstens gibt es sehr wohl Kulturen, die Ihre Toten im Hause behalten. In Neuguinea z.B., in mumifizierter Form.
Zweitens: Wir haben hier bereits drei kleine Katzen-Urnen stehen. Meine Frau empfindet das so, dass ein gewisser Teil eben noch bei uns ist. Es bedeutet nicht, dass sie noch immer trauern würde und der Abschiedsprozess nicht beendet wäre.
Und zu guter Letzt: Tiere haben ja anscheinend kein Recht auf einen Gott. Macht aber nix, ich brauch nämlich auch keinen. ;)
von Udo Fröhlich | 26.06.2012 15:12 Tod eines Haustieres. Der Vorschlag des Pfarrers kam mir leider so vor als wenn die Kirche hier versucht neue Geldquellen zu eröffnen.