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Mann im Anzug auf einem altertümlichen Fahrrad in der Stadt. (Rechte: WDR)
Sendung vom 24.07.2012, 15:05 bis 16:00 Uhr
Bild: Junge Frau vor blauem Hintergrund guckt auf ein Smartphone; Rechte: dpa

 Keine Telefonnummer im Kopf?

Zahlenfreaks und Zahlenvergesser

WDR 5 LebensArt - Hörer im Gespräch

Moderation: Dorothee Dregger

Das Phänomen: Zahlenlust oder Gedächtnis-Frust?

Beim Umgang mit Zahlen scheiden sich die Geister: Der eine hat Schwierigkeiten, sich das Datum des Hochzeitstages zu merken oder sich am Geldautomaten an die PIN zu erinnern. Das kann den ein oder anderen Schweißtropfen kosten. Anderen, die zum Beispiel berufsbedingt ständig mit Zahlen umgehen, fällt das leicht. Sie müssen seltener als andere ins Telefonbuch schauen.

Gefühlsbezug zu Zahlen

Wer sich leicht Zahlen merkt und gerne rechnet, baut eine gefühlsmäßige Beziehung zu Zahlen auf – mit individueller Ausprägung: Bestimmte Zahlen findet er spannend - zum Beispiel Primzahlen -, andere eher langweilig - etwa die vier.

Der eigene Kopf – oder die elektronische Ablage?

Zahlen und Fakten im Kopf zu behalten, hat heutzutage nicht unbedingt Konjunktur. Da es Organizer und andere technische Speicherhilfen gibt, schwindet die Motivation, den eigenen Kopf zu benutzen. Dennoch ist Gedächtnistraining wichtig, weil man nicht jederzeit auf Speicherhilfen zurückgreifen kann. Außerdem schafft die eigene Kopfleistung mehr Autonomie!

Fakten- und Zahlenspeicher sind leicht erweiterbar

Wer mit seiner Merkfähigkeit unzufrieden ist, kann sie durch bestimmte Techniken erheblich steigern!

Mnemo-(Merk-)Techniken & Tipps:

a) Trainierbar ist das Zahlengedächtnis durch mehrere Methoden:
Als besonders effizient gilt das Master-System, das schon 1648 entwickelt wurde. Den Zahlen von 0 bis 9 werden bestimmte Konsonanten zugeordnet: 1 = t. , 2 = n; 3 = m, 4 = r usw. Auf dieser Basis lassen sich - durch Kombination zweier Konsonanten - allen Zahlen von 0 bis 100 Merkbegriffe zuordnen. Zum Beispiel: 34 = Marder, gebildet aus 3 = m und 4 = r. Dadurch kann man sich über vier Begriffe, die in eine Story integriert werden, zum Beispiel achtstellige Zahlen merken. Dosierung: Täglich die 100 Begriffe für zweistellige Zahlen, auf Karteikarten, ca. fünf Minuten lang üben. Nach ein bis zwei Wochen ist man dann firm im Mastersystem.

b) Namen zu Gesichtern merken:
"Versuchen Sie mal per Handy-Speicherung zu erreichen, dass Sie nach einem Jahr im Hotel- und Gaststättengewerbe noch die Namen ihrer Stammkunden kennen und sie mit Namen ansprechen können". Das geht nur mit Gedächtnistraining: Zunächst bewusst machen, dass man den Namen beim Begrüßen behalten will. Die Hand geben und am besten den Namen wiederholen. Zweitens: Weil unser Gedächtnis in Bildern arbeitet, sucht man beim Gegenüber nach Eigenarten, Ähnlichkeiten zu Promis, langer Hals etc. Diese Merkmale speichert man als Karikatur-Bild ab. "Müller", der Mehl malende ist einfach. Doch Namen wie "Herr Kotchetow" verlangen Kreativität: Also zerle-gen in "Gotcha" (= ein Spiel, bei dem mit Farbkugeln geschossen wird) und "tow" wie "Toffee" (Karamellsüßigkeit). Daraus bastelt man die Vorstellung eines Mannes, der mit einem Geschoss Toffees abfeuert.

Mnemotechnik trägt viele Früchte

Gedächtnistraining trainiert die Konzentrationsfähigkeit, Kreativität und Imaginationsfähigkeit, die auch in anderen Lebensbereichen hilft.

Studiogast:

Stefan Fröhlingsdorf, Gedächtnistrainer

Recherche:

Gerd Michalek

Redaktion:

Katrin Paulsen

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Mehr zum Thema

Linktipps:

Unser Zahlengespür und Mathenoten hängen zusammen, WDR 5 Leonardo

Service Sachbuch: Leben mit Mathematik - Zwei Bücher über die Zahlen und das Rechnen, WDR 5 Leonardo

Literaturtipp:

"Erfolgs-Gedächtnis: Wie Sie sich Zahlen, Namen, Fakten, Vokabeln einfach besser merken" von Dr. Gunther Karsten, Goldmann-Verlag

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