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Beinahe jeder vierte Vollzeitbeschäftigte verbringt seine Mittagspause hauptsächlich mit beruflicher Arbeit. Das hat eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK ergeben. Demnach gehen nur 19 Prozent der Berufstätigen mittags raus, fast ebenso viele erledigen während der Pause private Dinge. 23 Prozent arbeiten durch. Ein Verzicht auf die Pause wird häufig als Einsatzbereitschaft gewertet, sagt der Arbeits- und Organisationspsychologe Rainer Wieland von der Universität Wuppertal. Das sei ein Irrglaube, denn nur durch regelmäßige Auszeiten sinkt der Stresspegel und Mitarbeiter werden leistungsfähiger, so Wieland. Auch in einer Studie des TÜV Süd wird deutlich: Die Gefahr einer chronischen Überbelastung nimmt zu, wenn auf regelmäßige Pausen verzichtet wird. Das schildert auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Wer keine Pausen macht, riskiert Folgekrankheiten wie Bluthochdruck. Zudem nimmt die Zahl von Arbeits- und Wegeunfällen zu.
Rhythmisch leben – regelmäßig essen
Festgelegte Abläufe entlasten vom Stress. Eine regelmäßige Mittagspause von etwa der gleichen Länge kann helfen, den Arbeitstag entspannter zu überstehen. Ernährungsexperten empfehlen mageres Fleisch, Fisch und vor allem Gemüse und Salat. Sie bringen uns mit Vitaminen und Mineralstoffen wieder in Schwung. Gerichte wie Pommes mit Mayonnaise oder Spaghetti mit Sahnesoße liegen oft zu schwer im Magen. Unsere Verdauung arbeitet mit voller Kraft, unser Gehirn dagegen auf Sparflamme. Laut Daten der DAK bringt sich rund ein Drittel der Vollzeitbeschäftigten (36 Prozent) selbst etwas von zu Hause mit. Der Rest geht in die Kantine oder nutzt Angebote in der näheren Umgebung. Sechs Prozent essen gar nichts.
Abstand gewinnen - durch Bewegung fit halten
Am PC essen und gleichzeitig Mails bearbeiten ist keine Erholung, das meinen die Experten der Wuppertaler Universität. Die Pause sollte man außerhalb des eigenen Arbeitsumfeldes verbringen. Durch die räumliche Distanz fällt das Abschalten leichter. Ein Spaziergang an der frischen Luft kurbelt den Kreislauf an. Etwas Treppenjoggen oder Stretching beugt Rücken- und Nackenschmerzen vor. Wer körperlich anstrengende Arbeiten erledigt, kann umgekehrt die Beine hochlegen und sich eine halbe Stunde ausruhen.
Soziale Komponente
Wer an seinem Arbeitsplatz sitzen bleibt, bringt sich um die Chance, außerhalb des eigenen Büros Kontakte zu knüpfen. Gerade vor dem Computer wird häufig sehr konzentriert und für sich alleine gearbeitet. Gemeinsame Pausen können darum zu einer guten Arbeitsatmosphäre beitragen. Wer mit Kollegen zu Mittag isst, sollte allerdings nicht unbedingt über die Arbeit sprechen. Die Pause ist zum abschalten von Arbeitsaufgaben und Problemen gedacht. Wer auch mal an andere Dinge denkt, kommt häufig mit besserer Stimmung zurück an den Arbeitsplatz. Wer sich allerdings nicht danach fühlt, mit Kollegen in die Pause zu starten, so Lebensberaterin Monika Jansen, sollte ruhig mit einer gesunden Portion Egoismus das tun worauf er gerade Lust hat, auch ohne die anderen.
Mittagsschlaf
Wissenschaftler der Harvard-Universität Boston haben herausgefunden, dass 10 bis 15 Minuten Dösen die Aufnahmefähigkeit steigern können. Wer sich mittags müde fühlt und die Gelegenheit hat, kann also durchaus ein kleines Nickerchen machen. Ob man wirklich schläft oder nur döst ist laut Schlafforscher Jürgen Zulley unwichtig. Hauptsache man kann den Kopf anlehnen, schließt die Augen, entspannt die Muskulatur und schaltet etwas ab. Länger als 30 Minuten sollte der Mittagsschlaf allerdings nicht dauern, da man sonst in den Tiefschlaf gerät und anschließend nur schwer wieder fit wird. Alternativ kann man auch eine Minute mit geschlossenen Augen tief durchatmen.
Rechtlicher Rahmen
Gesetzlich unfallversichert sind Arbeitnehmer nur auf dem schnellsten Weg in die Kantine oder ins Restaurant und zurück. Wer einen Umweg macht, riskiert seinen Versicherungsschutz. Auf eigenes Risiko handelt also, wer sein Auto zur Reparatur bringt oder einen Spaziergang im Park macht. Arbeitspausen sind in Deutschland nach § 4 des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) vorgeschrieben: Danach müssen alle Arbeitnehmer, die sechs bis neun Stunden täglich arbeiten, mindestens 30 Minuten Pause machen dürfen (am Stück oder 2 mal 15 Minuten).
Recherche:
Carina Vogt
Studiogast:
Monika Jansen, Psychologisch-Pädagogische Beraterin für Lebensfragen
Redaktion:
Katrin Paulsen
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Kommentare
Playlist Musik
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10:07
Nicola Conte"Charade"
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09:22
Grant Green"Brazil"
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08:54
Peter Fox"Saint Tropez (Haus am See - Instrumental"
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08:43
Jason Mraz"I'm yours"
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08:14
Emiliana Torrini"Jungle drum"











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