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Es ist eine Grundangst für uns Menschen: Irgendwo orientierungslos in der Ferne herumirren, ohne Karte, Kompass oder Navi. Schon vor mehreren tausend Jahren haben Menschen daher die Kunst der Navigation entwickelt – damals für Expeditionen in unbekanntes Terrain und die Seefahrt. Dort spielt die Navigation auch heute noch eine wichtige Rolle – inzwischen aber satellitengesteuert über das „Global Positioning System“, kurz GPS. Auf GPS basierende Navigationsgeräte weisen heute auch vielen Autofahrern, Fahrradfahrern und Wanderern den Weg. Sie sind scheinbar allwissende Begleiter, die Koordinaten, Höhen- und Bewegungsdaten sowie gefahrene Kilometer und Treibstoffverbrauch erfassen.
Siegeszug der GPS-Navis
Aber auch schon bevor die GPS-Navis bezahlbar wurden, gab es Wege, die unhandliche Landkarte im Handschuhfach zu lassen: Routenplaner-Dienste, die mit der Verbreitung des Internets immer beliebter wurden. Start und Ziel eintragen, Route berechnen lassen, ausdrucken und los! Dann traten die GPS-Navis, die ihren Platz auf dem Armaturenbrett im Auto haben, ihren Siegeszug an: Das Papier auf dem Beifahrersitz in Form des Routenplaner-Ausdrucks oder der umständlich gefalteten Karte war endgültig verzichtbar – Staus und Sperrungen sind dank automatischer Routen-Neuberechnung kein Problem mehr. Im vergangenen Jahr hat eine Forsa-Umfrage ergeben, dass die Deutschen ihren Urlaub inzwischen lieber mit dem Navi oder Internet-Dienst planen als mit klassischen Landkarten oder Reiseführern. Fast die Hälfte aller Befragten gab an, das Navi sei fester Bestandteil der Urlaubsvorbereitung – nur ein Drittel der Deutschen setzt zur Orientierung weiterhin auf Landkarten. Bei den Unter-30-Jährigen hat der Umfrage zufolge jeder achte eine Navi-App auf seinem Smartphone installiert.
Leidet der Orientierungssinn?
Viele Autofahrer, die nur noch auf die angenehme Stimme aus dem Navi setzen, fragen sich aber, ob der Orientierungssinn unter der Wegansage aus dem Gerät leidet. Denn in der Tat: Wer als Autofahrer keine grobe Karte im Kopf hat, weiß nicht, ob er gen Süden oder Norden fährt, wie die Städte entlang der Route heißen und welche Sehenswürdigkeiten sie zu bieten haben. Darum empfiehlt es sich, vor Fahrtantritt auf die Karte zu gucken, um sich grob zu orientieren. Landkarte oder Straßenatlas haben keineswegs ausgedient – als Sicherheit, falls das Navi unterwegs ausfällt, sollten sie nach wie vor ihren Platz im Auto haben. Nicht zuletzt sollte der gesunde Menschenverstand nie ausgeschaltet werden – immer wieder hört man von Unfällen, weil Autofahrer auf Anweisung ihres Navis auf der Autobahn wenden oder in einen Fluss fahren.
Kartenlesen immer noch wichtig
Sich anhand einer Karte orientieren zu können, das ist auch beim Wandern oder Fahrradfahren wichtig – sei es eine konventionelle oder eine digitale Karte. Denn GPS-Geräte gibt es auch für Outdoor-Aktivitäten. Sie funktionieren ähnlich wie Auto-Navis, benötigen aber detaillierteres Kartenmaterial. Um diese Daten zu nutzen, muss man sich die gewünschte Route erst auf einer Karte ansehen und am Computer zusammenstellen. Dann kann sie im Gerät gespeichert werden. Das hat den Vorteil, dass man die grobe Route einerseits schon im Kopf verinnerlicht und andererseits Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke einbeziehen kann. Praktisch im Vergleich zur Landkarte: Ist die Route einmal im Outdoor-GPS-Gerät gespeichert, kann man dem Gerät blind folgen – egal ob nachts im tiefen Wald oder im nebligen Gebirge. Aber auch dabei sollte eine Landkarte als Sicherheit im Gepäck sein. Denn wer die Route aus Versehen löscht oder den Akku nicht vollgeladen hat, steht buchstäblich vor dem Nichts.
Wie die Karte ins Navi kommt
Die Karten für Auto-Navis stammen von zwei Herstellern: Dem niederländischen Unternehmen TomTom Licensing, ehemals Teleatlas und dem amerikanischen Unternehmen Navteq. Die Unternehmen protokollieren Straßen mit Messfahrzeugen und bekommen auch von Behörden Änderungen im Straßennetz mitgeteilt. Am Computer werden die Informationen über Einbahnstraßen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Ähnliches zusammengestellt. Die Rohdaten der beiden Kartenhersteller gehen dann an die Hersteller der Navis. Sie verarbeiten die Kartendaten und speichern sie in die Geräte ein. Da es nur zwei Kartenanbieter mit einer begrenzten Anzahl von Mitarbeitern gibt, können nie alle Änderungen sofort registriert werden. Die Kartenmaterial-Hersteller sind auf Fehlermeldungen der Nutzer angewiesen.
Smartphones brauchen die richtigen Karten
Die meisten Wege, auf denen keine Autos fahren können, bleiben in den Karten der Auto-Navis aber unberücksichtigt. Darum werden Wanderer oder Radfahrer, die mit Auto-Navi oder einer der meisten Smartphone-Apps navigieren, gern schon mal über einen drei Kilometer langen Umweg entlang einer Schnellstraße an idyllischen Waldwegen vorbei gelotst. Zumindest in europäischen Ballungsräumen sind darum die kostenlosen Karten des auf freiwilliger Mitarbeit basierenden „OpenStreetMap“-Projekts in der Regel zuverlässiger. Für Bergwanderer mit Smartphone bieten sich vor allem topografische Karten an, die die Höhe, Wälder und Gletscher anzeigen. Apps mit OpenStreetMap- oder Topografie-Karten gibt es für die gängigen Smartphone-Betriebssysteme. Meist ermöglichen sie auch die Nutzung der Karten ohne Internetverbindung – besonders praktisch im Ausland.
Studiogast:
Sven von Loga, Geologe und Mitarbeiter in einem Landkartengeschäft
Recherche:
Tobias Jobke
Redaktion:
Angelika Böhrke & Tuba Tuncak
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Literaturtipps:
Benker, Uli:
GPS auf Outdoor-Touren: Praxisbuch und Ratgeber für die GPS-Navigation
Bruckmann-Verlag, 2009
Kummer, Reinhard:
Karte, Kompass, GPS
Conrad Stein Verlag, 2010
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Kommentare
Playlist Musik
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09:22
Grant Green"Brazil"
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08:54
Peter Fox"Saint Tropez (Haus am See - Instrumental"
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08:43
Jason Mraz"I'm yours"
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08:14
Emiliana Torrini"Jungle drum"
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07:57
Tierra Negra and Muriel Anderson"Nosotros"











Ihre Meinung zu dieser Sendung:
von Kunibert Förster | 13.07.2011 15:56 Habe in die Sendung hineingehört;
grundsätzlich: Fahren mit Navi und Karte (vorher studieren) macht Sinn; dabei immer vorsichtig bleiben (Navi kann irren); aber: Navi ist z. B. in Städten mit unbekanntem Stadtplan und manchmal verwirrenden Regelungen (Einbahnstraßen etc.) ein äußerst nützliches Hildfsmittel! zur Aufmerksamkeit: ich habe ein Navi, das nur über Pfeile udn Entfernugnsbalken bei Abzweigen anzeigt, aber eine sehr gute Ansage hat; das lenkt überhaupt nicht ab, sondern funktioniert prima, ohne daß man unaufmerksam wird;
K. Förster