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Mann im Anzug auf einem altertümlichen Fahrrad in der Stadt. (Rechte: WDR)
Sendung vom 09.02.2012, 15:05 bis 16:00 Uhr
Bild: Blick auf leere rote Kinosessel; Rechte: dpa

 Großes Kino?

Deutscher Film - bieder oder innovativ?

WDR 5 LebensArt - Hörer im Gespräch

Moderation: Dorothee Dregger

Lange Zeit galt der deutsche Filme als steif, bieder und verkopft – „typisch deutsch“ eben. In den letzten Jahren lässt sich aber eine neue Entwicklung erkennen: Mittlerweile können auch Mainstream-Filmemacher in Deutschland Geschichten erzählen, ohne dabei Film gewordenen Geschichtsunterricht zu produzieren. Sie beweisen ein Gespür für Inszenierung, Schauspielführung und Timing und haben damit oft auch kommerziellen Erfolg.

Kino-Emotionen: Spannung und Überraschung

Das wichtigste Kriterium für einen Kinobesuch, ist die Aussicht auf ein besonderes Erlebnis. Ein Film soll Spaß machen, soll Spannung erzeugen und überraschen. Ein Kinobesucher hofft auf ein besonderes Klang- und Seherlebnis. Daneben spielt der Aspekt des gemeinschaftlichen Erlebens mit Freunden und Bekannten eine wichtige Rolle.

Die Stärken des deutschen Films der Gegenwart

„Der Prophet gilt im eigenen Lande nichts.“ Das geflügelte Wort scheint auch auf den deutschen Film sehr gut anwendbar. Während sperrige Werke hierzulande unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, zeigt man sich auf internationalen Festivals und besonders in Frankreich von den Filmen von Angela Schanelec, Ulrich Köhler und Christian Petzold begeistert.

Der beste Weg, das eigene Publikum zu begeistern, ist immer noch die Verfilmung eines Bestsellers, besonders im Kinder- und Jugendbuchbereich oder die romantische Komödie. Gerade hier aber finden deutsche Regisseure und Autoren immer wieder einen bestechend sicheren Zugang zum Nerv des Publikums. Ob nun ironisches Roadmovie („Friendship!“), heimatliche Posse („Eine ganz heiße Nummer“), klassische Liebeskomödie („Keinohrhasen“) oder Familiy Entertainment („Kokowäh“) – die Zuschauerzahlen erreichen dann beständig den siebenstelligen Bereich.

Kino-Filme aus Deutschland

Deutsche Filme haben nie so große Publikumserfolge erzielt wie amerikanische Blockbuster. Das liegt daran, dass es kaum deutsche Schauspieler gibt, die die Aura von Hollywood-Stars besitzen, die Erzählweise und Bildsprache ist eine völlig andere und die Budgets liegen in der Regel weit unter denen amerikanischer Filme.

In Deutschland fehlt das große Budget

Viele Geschichten und Filme lassen sich in Deutschland nicht finanzieren, es fehlt das große Budget. Low-Budget-Kinofilme können bis zu zwei Millionen teuer werden, häufig auf Kosten der Gagen. Wenn man alle Finanzierungsmöglichkeiten ausnutzt, kann man mit Etats zwischen zwei und sieben Millionen rechnen. Alles, was darüber hinausgeht, muss man mit europäischen oder internationalen Mitteln finanzieren.

Studiogast:

Uwe Mies, freier Filmkritiker

Recherche:

Hilda Müller

Redaktion:

Frank Höller

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Hörerinnen und Hörer können sich live an der Sendung beteiligen über das kostenlose WDR 5 Hörertelefon 0800/5678-555.

Mehr zum Thema

Linktipp:

Die 62. Berlinale im Internet

Literaturtipps:

James Monaco
„Film verstehen – Kunst, Technik, Sprache, Geschichte
und Theorie des Films und der neuen Medien“
Rowohlt 2009

Sabine Hake
„Film in Deutschland – Geschichte und Geschichten seit 1895“
Rowohlt 2004

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Kommentare

Ihre Meinung zu dieser Sendung:

von wening hilke | 09.02.2012 15:51 Ein film, der unbedingt erwähnesnwert ist: Die Frau die singt. Unglaubliche Geschichte, sehr realistisch, berührend, spannend, traurig, noch lange nachwirkend. Läßt einen über Wochen nicht los. Selten etwas besseres gesehen.

von E. Solarski | 09.02.2012 15:23 ich war das letzte Mal in Jurassic Park- für diesen Kinofilm habe ich nocheinmal Eintritt gezahlt und freue mich schon wie jeck auf den angekündigten 4. Teil in 3D.

In "die Blues Brothers" bin ich über 50 x gegangen, den kann ich so gut wie mitsprechen. Im ersten Monat war ich täglich, danach monatlich zirka 20 Mal.
Natürlich habe ich mich Karneval als Elwood verkleidet. Zuletzt erst noch war ich zu einem "Filmdiner" eingeladen, da wurden schwarzer Anzug, Hut und Sonnenbrille wieder aus dem Schrank genommen.




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