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Mann im Anzug auf einem altertümlichen Fahrrad in der Stadt. (Rechte: WDR)
Sendung vom 08.02.2010, 15:05 bis 16:00 Uhr

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von Karin Schlechtriem | 08.02.2010 17:14 Hallo.
In der heutigen Sendung hörte ich den interessanten Beitrag über Ohrwürmer.

Ich habe aus alter Zeit ein Lied im Ohr:
"Ich hab' geträumt, ich hätt' geküsst - na und?
So, wi'es noch nie gewesen ist.
Doch pass' auf, jetzt kommt der Clou,
Den ich geküsst' das warst nicht Du - na und?
Ich hab' geträumt, die Nacht war warm
da nahm er mich in seinen Arm - na und?
Doch dann im Mondenschein, oh Schreck
Da sah ich Dich und er war weg - na und?"

Ich würde gerne wissen von wem dieses Lied auf Platte gesungen wurde und wann - und sowieso alles über das Lied.
Weil es mir nicht mehr aus dem Sinn geht.

Mit freundlichen Grüßen
Karin Schlechtriem

von Franz Rohde | 08.02.2010 16:14 Sehr geehrte Damen und Herren,
Anfang November 2009 besuchte ich - gut vorbereitet - Israel und Palästina. In Israel kaufte ich eine DVD mit israelischen Liedern. Ich kannte vorher einige Lieder, aber nicht "Yerushalayim schel Sahaw" (Jerusalem of Gold) von Naomi Shmer. Beim ersten Hören bekam ich eine Gänsehaut, wie ich sie nie vorher kannte. Den Text verstand ich zwar nicht, aber die Musik drückte deutlich die Gefühle aus, von denen der Text sprach (deutsche Übersetzung im Internet). Zu dem Lied lief ein Video, das den Kampf um Jerusalem 1967 (6-Tage Krieg) zeigte. Das verstärkte die Emotionen durch die Musik noch mehr. -- Gäbe es doch endlich Frieden dort für alle Menschen.
Was machte dieses Lied bei mir zum Ohrwurm, der über 12 Tage und Nächte unerbittlich in mir bohrte? Es war zunächst die Grundstimmung der ersten Takte, aber dann am Ende der 2. Zeile der Wechsel von Moll nach Dur! Erst das Klagen, die Trauer um das verlorene alte Jerusalem und dann der Hoffnungsschimmer im Dur-Akkord. Das hat mich so ergriffen, das ich noch um Mitternacht ans Klavier ging und die Melodie nachspielte, um in den Tagen danach die Melodie aufzuschreiben und wie gehört zu harmonisieren. Und dann blieb dieses Lied in mir und ich spielte es jeden Tag - bis heute, und es lässt mich nicht mehr los. Dieses Lied - nun in Kenntnis des Textes - löste wohl deshalb so heftige Gefühle in mir aus, weil man kurz vorher Jerusalem gesehen und ein wenig von dieser besonderen Stadt erlebt hat. In Ihrer Sendung werden sicherlich Ohrwürmer mit fröhlicherem Hintergrund zu hören sein; aber ich denke, ein solcher Ohrwurm hat auch seine Berechtigung, weil er eine traurige Realität beschreibt.
Mit freundlichem Gruß
Franz Rohde

von Ricarda Schumann | 08.02.2010 15:47 Hallo!
Hier meine Ohrwurm -Erfahrungen:
Ich habe sehr oft irgendeine Melodie im Kopf. Da ich wenig Musik höre und es gerne ruhig mag, sucht sich mein Gehirn anscheinend selber einen Hintergrund-Soundtrack. Oft wird mir dieser erst nach einer langen Weile bewusst. Wenn ich dann überlege, wo die Melodie herkommt, gibt es oft skurrile Erklärungen.
Vielleicht habe ich an diesem Tag ein Musikstück gehört und später spukt es immer noch im Kopf herum. Das kennt wahrscheinlich jeder. Bei mir reicht aber auch ein Blick auf ein Notenblatt (ich bin Musikerin) oder dass ich einen Musiktitel oder eine Textzeile aufschnappe.
Wenn ich ein Buch lese, kann es sein, dass mich dabei unbewusst irgendeine Melodie begleitet. Falls ich dann etwas lese wie "Er brachte ihr Tulpen aus Amsterdam mit", kann ich sicher sein, dass meine innere Jukebox "Tulpen aus Amsterdam" auflegt. Oft weiß ich in dem Moment dann nicht mehr, welche Musik vorher gerade dezent im Kopf ablief. Es ist schon passiert, dass ich in einem sehr unpassenden Moment merkte, wie ich innerlich singe "Wascht ihr nur eure Autos". Wie kam ich darauf? Ich war dabei, etwas sehr zu genießen und hatte wohl "Es tut so gut" zu mir selbst gesagt. Da dies eine Textzeile eines Herbert-Grönemeyer Songs aus seiner LP "Bochum" ist, die ich als Jugendliche rauf und runter gehört habe, hat also meine innere Sängerin sofort losgelegt. Davon habe ich wieder einmal zunächst nichts gemerkt, bis ich plötzlich zu meiner Überraschung feststellte, dass ich an Autos denke. Ich bin gespannt auf weitere Erfahrungen am Montag in Ihrer Sendung!
Ricarda Schumann

von Katrin Kunkel | 08.02.2010 08:21 Auch meine Erfahrung ist, dass man einen Ohrwurm nur mit einem anderen Ohrwurm bekämpfen kann. Ich stelle mir das so vor. dass sich die Ohrwürmer dann miteinander beschäftigen und ich habe meine Ruhe.

Ich fange mir einen Ohrwurm ein, wenn wir im Chor ein neues Lied einüben. Dann geht mir das bis zu zwei Tagen nicht mehr aus dem Sinn. Sogar nachts, wenn ich aufwache, habe ich sofort das Lied im Kopf.

Unser Chorleiter sagte mal, dass manche Musiker zum Alkohol greifen, um die penetranten Ohrwürmer los zu werden.

Mit freundlichem Gruß
Katrin Kunkel

von Erika Kröll | 05.02.2010 16:03 Hallo,
seit meiner Kindheit (die schon ein paar Tage her ist) werde ich von einem grässlichen Ohrwurm verfolgt:

Wo mag denn nur mein Christian sein,
in Hamburg oder Bremen?
Seh ich mir diesen Holzklotz an,
so denk ich an mein Christian.
Seh ich mir diesen Holzklotz an,
so denk ich an mein Christian.

Das ist nur eine von vielen Strophen dieses denkwürdigen Liedes. Mit den Jahren entwickelte sich der Ohrwurm weiter, so dass allein das Wort "Christian" ausreicht, um ihn in Gang zu setzen, und wie ich heute bei Ihrem Aufruf im Radio feststellen durfte, reicht heute schon das Wort "Ohrwurm". Recht herzlichen Dank dafür :-))

Die einzige Chance, den Ohrwurm loszuwerden, besteht für mich darin, mir einen anderen aufzuzwingen, d.h., ich suche mir eine Melodie aus, die mir gefällt, z.B. das Largo aus Vivaldis Winter in 4 Jahreszeiten und die dann zu singen, zu pfeifen oder auch nur zu denken.

Lieben Gruß,
Erika Kröll




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