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Mann im Anzug auf einem altertümlichen Fahrrad in der Stadt. (Rechte: WDR)
Sendung vom 05.07.2011, 15:05 bis 16:00 Uhr
Bild: Mädchen mit großer Brille, die auch einen dicken schwarzen Rad hat; Rechte: dpa

 Die passende Brille

Fassungslos - nein danke! Brillentrends

WDR 5 LebensArt - Hörer im Gespräch

Moderation: Andreas Lange

Brillenträger wurden früher nicht selten gehänselt. „Brillenschlange“ nannte man sie und Menschen mit starker Sehschwäche hatten Gläser, die aussahen wie Glasbausteine. Das ist längst Vergangenheit. Die Technik hat sich weiterentwickelt, so dass jeder filigrane Brillen tragen kann. Die unübersehbare Fülle von unterschiedlichen Gestellen, bietet nun für jede Gesichtsform die passende Brille. Dabei gilt die Formel: Gegensatz macht harmonisch.

Wer Brille trägt, ist intelligent

Aber auch ein anderes Image ist in den Köpfen der Menschen. Wer eine Brille trägt, liest viel, wer viel liest, weiß viel, ist intelligent, wirkt streng und streberhaft. In einer amerikanischen Studie gaben knapp 60 Prozent der Befragten an, dass sie Brillenträger für intelligenter halten als andere. Brillen können einen anderen Typ aus uns machen. Das nutzen zum Beispiel junge Kreative. Sie tragen Brillen auch mit Fensterglas, um sich bei ihren Kunden in Szene zu setzen.

Gute Gläser, altes Gestell

Dennoch hat sich der Deutsche im letzten Jahr beim Kauf einer Brille zurück gehalten. Nach Angaben des Zentralverbandes der Augenoptiker (ZVA) ging die Anzahl der im Fachgeschäft verkauften Brillen um 1,7 Prozent auf 11 Millionen gegenüber dem Vorjahr zurück. Die Anzahl der verkauften Gläser lag bei rund 34 Millionen. Ein Drittel der neuen Gläser aber wurde in bereits vorhandene Fassungen eingebaut. Wichtig ist dem Deutschen nicht an der Qualität der Gläser zu sparen, sondern lieber auf ein neues Gestell zu verzichten. Konkurrenz macht den Optikern das Internetangebot. Vornehmlich Sonnenbrillen werden stärker online eingekauft. Neben den traditionellen Optikern erzielten die zehn größten Filialisten über ein Drittel des Branchenumsatzes.

Brillentrends 2011 für Damen

Pink, Lila und Braun sind die diesjährigen Saisonfarben für Damenbrillen. Noch im Trend liegt die Nerd-Brille. Allerdings in 2011 kommt sie nicht mehr einfarbig daher, sondern in bunt gescheckten Mustern. Nerd ist englisch und steht für Sonderling, Langweiler, Streber oder Außenseiter. Gemeint sind die großen Hornbrillen der 1940iger Jahre. Sie bedienen heute in leichten Materialien den Retro Look. Groß in Mode sind vor allem Halb- und Vollrandbrillen. Randlose Gestelle sind dagegen kaum zu finden. Je größer desto besser gilt für Sonnenbrillen und eine kleine Renaissance erleben auch die 1960igerJahre mit Brillen in Schmetterlingsoptik.

Brillentrends 2011 für den Herrn

Lila ist nicht nur vorherrschend in der Herrenmode, sondern auch bei den Brillengestellen. Lilafarbene Vollrandbrillen mit breiten Bügeln sind der Renner. Immer im Angebot sind braune und schwarze Gestelle genauso wie die Nerd-Optik. Ein Comeback erlebt die Pilotenbrille. Daneben werden aber auch ganz zierliche Gestelle angeboten, mit eher runden Gläsern. Ebenso findet man in den Regalen aber auch kräftig, auffällige Fassungen mit eckig, kantigen Formen.

Auf die Form kommt es an

Aber man sollte sich nicht von den aktuellen Modetrends leiten lassen, wichtig ist, dass die neue Brille optimal zur Gesichtsform passt. Dabei gilt: Eckige Gesichter wirken mit runden oder ovalen Gestellen deutlich weicher. Gerade randlose Brillen oder dünne Fassungen lassen eckige und strenge Gesichtszüge freundlicher wirken. Runde Gesichter wollen optisch gestreckt werden. Das funktioniert am Besten mit eckigen Gläsern und dünnen Fassungen. Auf keinen Fall breite Gestelle auswählen, sie lassen das Gesicht noch runder wirken. Zu einem ovalen, länglichen Gesicht passen alle Brillengestelle. Zu herzförmigen Gesichtsformen passen Gestelle, die das Kinn weniger spitz und die Stirn schmaler erscheinen lassen. Das schaffen runde oder ovale Gläser. Zu blonden Menschen passen eher gedämpfte Farben, Pastell- oder Erdtöne, Dunkelhaarige vertragen starke Kontraste und Rothaarige können sehr gut grüne Brillen tragen.

Die Kasse zahlt nur in Ausnahmen

Die Brille wurde aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen. Einen Zuschuss zur neuen Brille wird nur Kindern bis zur Volljährigkeit gewährt, sowie den Menschen, die auf beiden Augen einzeln nicht mehr als 30 Prozent Sehkraft besitzen. In beiden Fällen gibt es je nach Stärke und Hilfsmittel zwischen 10 und 20 Euro für Einstärken-Brillengläser und rund 50 Euro für ein Mehrstärken Brillenglas. Eine Brillen-Zusatzversicherung kann sich also lohnen.


Studiogast:

Friederike Lehnig

Recherchen:

Tamara Bremshey

Redaktion:

Peter Ehmer

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