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Zwei Frauen beim Einsprechen eines Hörspiels im Tonstudio (Rechte: WDR)
Sendung vom 10.07.2012, 20:05 bis 21:00 Uhr
Taj Mahal; Rechte: Imago/McPhoto

 Das Hörspiel spielt mit unseren Indienvorstellungen

Indisches Nachtstück

Von Antonio Tabucchi

Komposition: Günther Janssen
Bearbeitung und Regie:
Matthias Kunkel
Produktion: BR 1997/54’

Die Geschichte einer Suche: Ein Mann fährt nach Indien, um einen alten Freund zu treffen, einen Portugiesen, der auf geheimnisvolle Weise verschollen ist. Er sucht Menschen auf, die Kontakt zu seinem Freund hatten. Er sammelt Botschaften, Signale, Briefe, Hinweise, um auf die Spur des Freundes zu kommen. Doch der bleibt unauffindbar. Die Reise beginnt in Mumbai und führt über Madras nach Goa, einmal quer durch den indischen Subkontinent. Gesänge, Geräusche, Musik aus der Vergangenheit und Klänge aus dem Alltag des modernen Indien strömen auf den Suchenden ein, irritieren und sind zugleich anziehend und faszinierend. Doch der Anlass der Reise verschwimmt zunehmend. Ist es die Suche nach einem Doppelgänger oder nach einer wirklichen Person? Oder erschöpft sich der Sinn der Reise im Unterwegssein? Die Lösung des Rätsels hat der Reisende aber längst ausgesprochen! Das „Indische Nachtstück“ spielt mit unseren Vorstellungen von Indien, mit unseren Gewohnheiten des Erzählens und den daran geknüpften Erwartungen.

Der italienische Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Übersetzer Antonio Tabucchi, geboren 1943 in Vecchiano bei Pisa, war ein Grenzgänger zwischen italienischer und lusitanischer Kultur und wurde, wie der Held seines bekanntesten Romans „Erklärt Pereira“, zum kritischen Zeitzeugen bei der Verteidigung der Demokratie, vor allem gegen Berlusconi. Der oft als Kandidat für den Literatur-Nobelpreis gehandelte Autor starb am 12. März 2012 in Lissabon.

Mit Martin Umbach, Helmut Stange, Veronika von Quast, Anne-Marie Bubke, Helmut Pick u. a.

Redaktion:

Ursula Schregel

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