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Thomas Hackenberg und Helmut Gote posieren in der Küche mit einer Gänsefigur (Rechte: WDR)
Sendung vom 24.09.2011, 19:05 bis 19:30 Uhr
Bild: Kartoffelpüree in einer kleinen Schüssel; Rechte: dpa

 Wie schmeckt das Ergebnis?

Kartoffelbrei aus der Tüte im WDR-Geschmackstest

Moderation: Thomas Hackenberg

Wer seinen Kartoffelbrei selbst macht, braucht dafür etwa 30 Minuten, wer ihn aus der Tüte zusammenrührt kommt zwar mit fünf Minuten davon - aber hat sich die Zeitersparnis gelohnt?

Der Gans und Gar Test aus der Tüte zeigt, dass die meisten Fertigkartoffelbreis kein Gewinn bringen. Nur ein Tütenbrei fand die Gnade der Tester,  aber auch er schnitt im Verhältnis zum richtigen Brei aus Kartoffeln eher bescheiden ab.

Lieber selber stampfen

In jeder gut sortierten Küche gab es früher einen Kartoffelstampfer. Mit ihm wurden Kartoffeln fachgerecht zu Püree verarbeitet. Heute kennt dieses Spezialgerät kaum noch jemand, denn heute kommt der Kartoffelbrei aus der Tüte. Nicht bei nur eiligen Müttern und gestressten Singles, auch bei Fernsehköchen sind die Trockenflocken inzwischen beliebt. Doch kann der schnelle Brei aus der Tüte tatsächlich mit einem selbst gestampften Kartoffelpüree mithalten? Wir haben den Geschmackstest gemacht.

Der Test

Probiert wurden 10 Kartoffelpüreeprodukte aus der Tüte,  zwei davon waren Bio-Produkte. An der Kostprobe teilgenommen haben eine Dame vom Landfrauenverband, eine Ernährungsexpertin und ein Kartoffelexperte von der Landwirtschaftskammer

Der schnelle Brei aus der Tüte

Kartoffelpüree aus der Tüte anzurühren dauert rund fünf Minuten. Wasser zum Kochen bringen, Tüte aufreißen und die Flocken in das heiße Wasser rühren, Milch und eine Prise Salz dazugeben – fertig ist der Brei. Es gibt auch Produkte, da ist sogar die Milch als Pulver schon mit in der Tüte, ebenso wie die Gewürze. Bei einem selbst gemachten Püree braucht man mehr Zeit. Rund 30 Minuten dauert es, bis die Kartoffeln weich sind. Das Stampfen geht dann allerdings schnell.   

Enttäuschende Noten

Bei den meisten Tütenpürees wird die Zeitersparnis mit Geschmackseinbußen bezahlt. Nur einmal gab es ein „Gut“ in unserer Kostprobe (Alnatura Bio-Kartoffelpüree). Vier Produkte bekamen ein „Befriedigend“, vier Pürees waren nach Meinung der Tester nur ausreichend, ein Püree bekam ein sattes „Mangelhaft“ (Dr. Knoll Kartoffelpüree, Netto). Viele Pürees waren den Testern zu klebrig und das Kartoffelaroma ließ zu wünschen übrig. 

Viele Zusatzstoffe

Tütenpüree ist hochgradig industriell verarbeitet. Die gekochten Kartoffeln werden in winzige Stücke zerkleinert und in einem heißen Luftstrom auf Walzen zu Flocken getrocknet. Damit aus diesem Trockenprodukt mit Wasser und Milch wieder ein Brei wird, sind viele Zusatzstoffe nötig. In den Rezepturen stecken Antioxidantien, Emulgatoren, Stabilisatoren und oft auch Aromen. Dass es auch anders geht beweisen die Bio-Pürees, sie kommen ohne diese Zusatzstoffe aus. 

Welche Kartoffelsorte fürs Püree?  

Die Industrie verwendet meist mehlig kochende Kartoffeln für ihre Tütenpürees. Diese Kartoffeln lassen sich leichter zerkleinern und besser zu Brei verarbeiten, weil sie sehr stärkereich sind. Der Nachteil: Mehlig kochende Kartoffeln verkleben schnell, gerade wegen des hohen Stärkeanteils. Deshalb der Tipp: Wer sein Kartoffelpüree selber machen will, sollte festkochende Kartoffeln verwenden.

Immer mit dem Stampfer arbeiten

Für Kochprofis gilt: Beim Kartoffelbrei ist der Handmixer tabu. Mit ihm zerstört man die Stärkezellen in den Kartoffeln und das Püree wird schnell zäh und klebrig - stattdessen den Kartoffelstampfer zur Hand nehmen. Das ist zwar etwas anstrengender, geht aber fast genauso schnell wie mit dem Mixer. Mit dem Stampfer bleibt das Püree locker, luftig und ein bisschen stückig. Zur Not geht das Zerkleinern auch mit einer Gabel.

Autor/in:

Sigrid Müller

Redaktion:

Wilfried Bommert

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