s
Für die Soziologie-Professorin Maria Mies, geboren 1931, muss Wissenschaft dem Leben nutzen. "Man kann nicht warten, bis sich etwas ändert, das reicht nicht: Frau muss das selbst in die Hand nehmen" Die Feministin und Ökoaktivistin gehört zu den Mitbegründerinnen der deutschen Frauenforschung. Eng verknüpft mit ihrem wissenschaftlichen Werdegang ist das Engagement für Frauenrechte. So gehört Maria Mies zu den Gründerinnen des ersten Frauenhauses bundesweit, das 1976 gegen viele Widerstände in Köln erkämpft wurde. Als ihre Studentinnen "etwas Praktisches" machen wollten, initiierte Maria Mies im Frühjahr eine öffentliche Befragung unter den Passanten eines verkaufsoffenen Samstags in Köln: "Kennen Sie Frauen, die von ihren Männern geprügelt werden?". Die 2000 Unterschriften, die in kürzester Zeit gesammelt wurden, waren der Anstoß zur Gründung des ersten Schutzhauses für misshandelte Frauen in Deutschland.
Maria Mies stammt aus einer Bauernfamilie mit zwölf Kindern in der Eifel und studierte Pädagogik. Nach dem Aufbaustudium zur Realschullehrerin ging sie als Deutschlehrerin ans Goetheinstitut nach Poona in Indien. Zurückgekehrt schloss sie mit 38 Jahren ein Soziologiestudium an und promovierte über "Frauen zwischen Patriarchat und Gleichheit". In Poona lernte sie 1963 ihren späteren Mann kennen, einen jungen Inder, damals ihr Schüler, später Germanist. Nach vielen Jahren der Fernbeziehung - denn eigentlich wollte Maria Mies nicht durch eine Ehe ihre Selbständigkeit aufgeben - lebt das Paar heute in Köln.
Autor/in:
Monika Mengel
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Maria Mies





