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Gerhart-Rudolf Baum genoss es, Ende der 90er Jahre wieder "unabhängig zu sein" und in seinem gelernten Beruf als Rechtsanwalt nach dem Ausstieg aus der Politik etwas bewegen zu können. Nach 40 Jahren in der Politik bekennt er: "Ich hätte früher aussteigen sollen!" Baum, 1932 in Dresden geboren, gehörte dem Deutschen Bundestag von 1972 bis 1994 an. Als Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher 1982 den Sturz der Regierung Schmidt vorbereiteten, zog Baum nicht mit - er, der Mann vom linksliberalen FDP-Flügel, stimmte gegen den Wechsel - und hatte es von da an in der FDP schwer. Zwar stieg er zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden auf, gerade mal mit einer Stimme über der erforderlichen Mehrheit: Aber Baum hatte fortan seine Schwierigkeiten mit dem Vorsitzenden Genscher, dem er beim Koalitionswechsel nicht gefolgt war, wie auch mit der Neuausrichtung der Partei. "Kalt gestellt", konstatierte die Süddeutsche Zeitung. 1997 zog sich Baum, der in der sozial-liberalen Koalition Bundesinnenminister war, nach dem Abschied aus dem Bundestag auch aus dem FDP-Bundesvorstand zurück. Am heutigen Sonntag wird Gerhart-Rudolf Baum 75 Jahre alt.
Autor/in:
Hans-Detlev von Kirchbach
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Gerhart-Rudolf Baum






