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1930 in Rumänien geboren, musste Daniel Spoerri nach der Ermordung seines jüdischen Vaters als Elfjähriger mit seiner Mutter in die Schweiz fliehen. Zufall und "Nomadentum" prägten seine Kunst von Anfang an. Nach einer Zeit als Tänzer und Regisseur erfand Daniel Spoerri 1959 in einer Pariser Mansarde seine "Fallenbilder", die ihn berühmt machten.
Spoerri versiegelte die zufälligen Überbleibsel eines Essgelages - Zigarettenkippen, Rotweinreste, abgefutterte Teller auf fleckigen Tischdecken - unter Glas und kippte das so entstandene Relief von der Vertikalen in die Horizontale. Der "Eat Art" widmete Spoerri eine eigene Kunstgalerie und ein legendäres Restaurant, das er 1968 in Düsseldorf eröffnete. In den 70er und 80er Jahren lehrte er in Köln und München und schloss sich verschiedenen experimentellen Künstlergruppen an, zum Beispiel Fluxus, die ebenfalls fragile, vergängliche Materialien künstlerisch verarbeiteten wie Beuys in seinen Butter- und Honig-Installationen.
Heute lebt der einfallsreiche und eigenwillige Objektkünstler in der Toskana und gestaltet dort einen Park mit eigenen Bronze-skulpturen und Arbeiten seiner Künstlerfreunde in einem sinnlichen Wechselspiel von Kunst und Natur.
Lebenslauf
Geboren am 27. März 1930 in Galati (Rumänien) als Daniel Isaac Feinstein.
Vater Missionar (starb 1941 in einem KZ), Mutter Schweizerin, sie floh nach dem Tod des Vaters mit den sechs Kindern in ihre Heimat, wo Spoerri von seinem Onkel adoptiert wurde. Nach dem Schulbesuch in der Schweiz von 1950-1952 Ballettstudium an der Tanzakademie der Züricher Oper,
1952-1953 klassisches Ballett und Schauspiel in Paris. 1952-1954 neben der Ausbildung Arbeit für das Wacker Dance Studio in Paris, mit 24 Stelle als Solotänzer und Pantomime an der Berner Oper, dort auch Versuche als Regisseur kürzerer Experimentalfilme, 1957-1959 Assistent am Landestheater Darmstadt. 1959 Umzug nach Paris, Mitbegründer des "Nouveau Réalisme", seit den frühen 60er Jahren Gestaltung von "Fallenbildern". 1966 Aufenthalt auf Symni, dort 25 Objekte der "Zimtzauber-Episode" kreiert. 1968-1972 Restaurant "Spoerri"und "Eat-art-Galerie" in Düsseldorf, 1978-1982 Hochschullehrer für Kunst in Köln, im Anschluss bis 1989 in München, nebenher in Salzburg und Wien. Sehr bekannt auch seine "Ent-Täuschungsbilder". 1998 Ausstellung in Paris,
2003 im Kunsthaus Wien. 1998 Skulpturengarten in der Toskana eröffnet.
Er verfasste auch Erzählungen und experimentelle Theaterstücke, sowie Kochbücher und wurde mit dem französischen Großen Nationalpreis für Kultur ausgezeichnet
Autor/in:
Gabriele Flessenkemper
Redaktion:
Mark vom Hofe





