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Reporter halten Sportlern Mikros oder Kameras vor die Nase, sie quetschen in Windeseile ein paar Sätze aus dem schnaufenden Gegenüber – und hecheln danach in ihre Redaktionen, um mit Ergebnissen auf Sendung zu gehen. Aber keinesfalls alle Reporter ticken so: Gustav Schwenk, seit 1947 Sportjournalist, wurde im Dezember 2009 86 Jahre alt. Noch immer besucht er internationale Großereignisse der Leichtathletik und füttert seine jüngeren Kollegen mit Hintergrundgeschichten – wie ein wandelndes Lexikon. Schwenk hat 300 Weltrekorde in der Leichtathletik live miterlebt und seit 1952 keine Olympischen Sommerspiele vor Ort verpasst. Übrigens wird eine seiner intensiv erlebten Geschichten demnächst 50 Jahre alt: Als Sprinter Armin Hary am 21. Juni 1960 in Zürich die 100 Meter so schnell wie niemals zuvor lief, wurde sein Lauf jedoch annulliert, weil ihm ein Frühstart unterlief. Es war Reporter Gustav Schwenk, der dem Wettkampfgericht klarmachte, dass Hary ein Wiederholungslauf zusteht. Tatsächlich bekam Hary die zweite Chance. Er nutzte sie zu seinem legendären 100-Meter-Weltrekord in 10,0 Sekunden.
Autor/in:
Gerd Michalek
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Gustav Schwenk






