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Die Gründe, in die Wohnungslosigkeit abzugleiten, sind fast immer gleich: Verlust des Arbeitsplatzes, Scheidung oder Trennung, Schulden. Für den heute 73-jährigen Georg Vullhorst waren es der Tod seines Sohnes und seiner Frau - und dass ihn ein Mensch, dem er vertraut hatte, betrogen hatte. Die panische Angst, sich in Schulden zu stürzen, veranlassten den damals 50jährigen, lieber von heute auf morgen seine Existenz aufzugeben und seine Wohnung zu kündigen. Von seinem bisherigen Wohnort Bad Westernkotten bei Lippstadt fuhr er mit dem Zug nach Münster, sein Hab und Gut in zwei Koffer gepackt. Von dem Ersparten waren noch 600 Mark übriggeblieben. In Münster ging er ins „HdW“, ins „Haus der Wohnungslosen“. Es sollte eine vorübergehende Lösung sein, bis er wieder zur Ruhe gefunden hätte. Es wurden zwanzig lange Jahre. Als Georg Vullhorst schon über 70 war, bewarb er sich um ein Apartment im Rahmen des betreuten Wohnens, das vom Sozialamt der Stadt Münster unterstützt wird. Andrea Lieblang hat den ehemals Wohnungslosen im „Haus der Wohnungslosen“ kennengelernt und ihn in seinem neuen Zuhause besucht.
Autor/in:
Andrea Lieblang
Redaktion:
Mark vom Hofe
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