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In den wilden sechziger Jahren gehörte Judith Malina, Mitgründerin des legendären Living Theatre, zur Avantgarde des amerikanischen Theaters. Seit einem halben Jahrhundert tourt sie durch die Welt und macht politisches Theater - auf der Bühne, aber insbesondere auf der Straße und an den Krisenorten dieser Welt: In Spanien unter Franco, in Brasilien während der Militärdiktatur, in Nordirland, am Ground Zero, beim G8-Gipfel in Genua. Mit künstlerischen Mitteln kämpft die erklärte Anarchistin und Pazifistin gegen Gewalt, Rassismus und Umweltzerstörung. Die etablierte Theaterwelt bezeugte ihr dafür ihre Anerkennung, indem sie sie 2003 in die "Theatre Hall of Fame" am Broadway aufnahm.
Als Tochter eines orthodoxen Rabbis 1926 in Kiel geboren, floh Judith Malina als Zweijährige mit ihrer Familie vor dem wachsenden Antisemitismus nach New York. Dort studierte sie Schauspiel und Regie bei Erwin Piscator. Inzwischen 80 Jahre alt, will die Grande Dame des politischen Straßentheaters demnächst ein eigenes Theater im East Village von Manhattan eröffnen, um dem Living Theatre, ihrem Lebenswerk, eine bleibende Heimstätte zu geben.
Autor/in:
Rebecca Hillauer
Redaktion:
Mark vom Hofe





