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"Ich hab Heimweh nach Spanien, aber dort vermisse ich Solingen"
Puri Schimbor kam 1962 mit dem Bus nach Deutschland
"Vati hat zu mir gesagt, ich bringe Dich nicht zum Bus nach Deutschland - du kommst sowieso zurück." Es sollte anders kommen, als Puri Schimbors Vater 1962 glaubte: Seine damals 22jährige Tochter stieg in Salamanca in Spanien in den Bus und fuhr in die Fremde - und blieb. In Deutschland arbeitete sie zum ersten Mal in ihrem Leben in einer Textilfabrik. Es fiel ihr schwer, sich an den monotonen Rhythmus zu gewöhnen. Nach der Schicht kehrte sie in ein Frauenwohnheim zurück. Sie teilte sich ein Zimmer mit zwei Frauen aus der DDR. Sie brachten ihr die ersten deutschen Worte bei. Schon bald lernte sie ihren späteren Mann kennen, einen 15 Jahre älteren Deutschen. Aber mit der Liebe kamen auch die Probleme. In der deutschen Familie war sie als Spanierin nicht die Ehefrau, die sich die Schwiegermutter gewünscht hatte. Puri Schimbors Familie in Spanien war schockiert, dass sie unverheiratet ein Kind von einem Deutschen erwartete und in Solingen blieb. Mittlerweile ist der deutsche Ehemann gestorben. Dennoch kehrt Puri Schimbor nicht zurück nach Spanien: "Manchmal hab ich auch Heimweh nach Spanien, aber wenn ich dort bin, vermisse ich Solingen. Meine Kinder und Enkelkinder leben hier."
Autor/in:
Justus Herrmann
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Puri Shimbor





