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"Den Charakter ändert man nicht so schnell"
Als Hauptkommissar Hans Weide den Polizeieinsatz am Bauplatz des Atomkraftwerks in Wyhl verriet.
Hans Weide war 38 Jahre alt, als er den Befehl verweigerte - und damit verhinderte, dass in den letzten Februartagen des Jahres 1975 am Kaiserstuhl Blut floss. Ort der Geschehens: Der Bauplatz des Atomkraftwerks Wyhl am Oberrhein - mit Wasserwerfern hatte die badenwürttembergische Landesregierung unter Ministerpräsident Hans Filbinger in eiskalten Februartagen das AKW-Gelände von Demonstranten geräumt. Kurze Zeit später waren 150 Demonstranten erneut auf dem Gelände. Polizeihauptkommissar Hans Weide, der an seinem Auto einen Aufkleber "Stoppt die Atomindustrie, kämpft für das Leben!" angebracht hatte, erhielt den Auftrag, den Einsatz gegen die Demonstranten zu leiten. Es dauerte nicht lange, da war Weide klar, dass er diesen Befehl nicht ausführen konnte: "Das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren!", sagte er seinem Vorgesetzten und richtete sich darauf an, den Dienst quittieren zu müssen. So weit kam es nicht: Der Einsatz wurde von Filbinger persönlich abgeblasen und Weide versetzt. Heute ist er pensioniert.
Autor/in:
Wolfgang Steil
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Hans Weide





