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Er ist eine Institution im kölschen Karneval, und er begann seine närrische Musikkarriere - natürlich - am "Elften im Elften" 1952: Günter Eilemann, 1923 in Köln geboren, griff in die Tasten seines "Quetschebüggels", seines Akkordeons, als er mit dem Zahnarzt Willy Schweden an der Gitarre und dem Innenausstatter Charly Niedick am Kontrabass sein erstes Karnevalslied vortrug. "Etz kütt et rut rut rut" - es ist rot - ein Lied über die ersten Verkehrsampeln im Kölner Bezirk Lindenthal. Von da an zog das Eilemann-Trio durch die Säle und kam zur Session mit immer neuen Stimmungsliedern heraus: "Du alter Räuber", "Vater ist der Beste", "Oh Heimat, wie bist du so schön", "Sie will ja". Günter Eilemanns Trio wurde bekannt, trat auf Kreuzfahrten auf und wirkte in rund 200 Radio- und Fernsehsendungen mit.
Lebenslauf
- geboren am 14. April 1923 in Köln
- 1934 - 1939 Klavierunterricht
- nach Kriegsdienst 1939 - 1945 Alleinunterhalter eines amerikanischen Offiziers-Clubs in Garmisch-Partenkirchen
- 1948 - 1951 Vertriebskaufmann der Kölnischen Rundschau
- 1951 Gründung des Eilemann-Trios mit dem Zahnarzt Willy Schweden (Gitarre) und dem Innenausstatter Charly Niedick (Kontrabaß; Gesang)
- 1952 erster Auftritt im Kölner Karneval
- seither Komposition von über 200 Liedern
Eilemanns Mutter stammte aus Pommern, sein Vater aus Koblenz, daheim wurde nie Kölsch gesprochen. "Das habe ich erst durch die kölschen Karnevalslieder gelernt, die verschiedene Autoren für das Eilemann-Trio getextet haben", gesteht der Künstler. Pianist war, und seine Musik war der Swing, den er nach dem Krieg in Garmisch für die Amerikaner spielte. 1948 kam er nach Köln zurück.
Eines Tages sprach ihn der Texter Klaus-Peter Urban an und fragte, ob man sich nicht für Karnevalslieder zusammentun sollte. "Öm Joddes Wille", dachte Eilemann anfangs. Zuerst mit Karl-Heinz Nettesheim und dem eskapadenreichen Horst Muys, später mit Willy Schweden und Charly Niedieck eroberte er als "Eilemann-Trio" ab 1951 nachhaltig den Fastelovend.
Viele Jahre siezte man sich übrigens im Eilemann-Trio, Charly nannte den Chef "Meister". "Unser Verhältnis war von Respekt geprägt" sagt Eilemann. Erst als er die 50 längst hinter sich gelassen hatte, bot er den beiden das "Du" an. Seit seinem Abschied von der Bühne hat er keine Sitzungen besucht. "Mein Leben war auf der Bühne", sagt er. Ehefrau Karin ergänzt: "Ein Karnevalsjeck bist Du nicht!" Bei der Vorstellung, er säße kostümiert im Publikum, muss sie laut lachen.
Ihm sind die Bands ein Gräuel, "die ein ganzes E-Werk auf die Bühne schieben". Den Eilemännern reichten drei Mikros, selbst in der Lachenden Sporthalle. "Natürlich" mag er seine Heimatstadt. Aber: "Der Kölsche legt den Arm um dich und sagt: Du bist der Größte. Kaum bist Du gegangen, sagt er; Jot, da dä Aasch fott es. Diese Art kann ich auf den Tod nicht ausstehen." Manche sagen ihm Arroganz nach (weil er seine Meinung sagt); die besitzt er aber überhaupt nicht. (Stefan Volberg in der Kölnischen Rundschau vom 12. April 2003)
Autor/in:
Joe Schevardo
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Günter Eilemann






