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Als Richard W. Sonnenfeld am 7. Mai 1945 unter seinem Spähpanzer liegt, hat der 22jährige Sohn jüdischer Mediziner aus Sachsen - Anhalt bereits eine Weltreise hinter sich. 1938 wird er mit seinem Bruder auf ein englisches Internat geschickt, beim deutschen Überfall auf Polen interniert, bei einem Gefangenentransport nach Australien von einem deutschen Unterseeboot torpediert, gelangt über Bombay, Trinidad, Tobago nach New York und meldet sich freiwillig in den Krieg. Am Tag der deutschen Kapitulation wird er in Salzburg vom US-Geheimdienst als Chefdolmetscher für die Vorbereitung der Nürnberger Prozesse rekrutiert.
Lebenslauf
- Sonnenfeld gelang 1938 die Ausreise nach England. Doch der fehlende Judenstempel in seinem Pass wurde ihm zum Verhängnis: Die Engländer deportierten ihn nach Australien. Er kämpfte, bis er sein Ziel erreichte: Amerika! Als amerikanischer GI kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Chefdolmetscher der amerikani-schen Anklage bei den Nürnberger Prozessen.
- Richard W. Sonnenfeld: "Ich bin sehr betätigt an der Idee der Versöhnung, denn ich glaube nicht nur, dass man Schuld nicht erben kann. Ich glaube auch, dass man Verdienst nicht erben kann. Das Einzige, was wirklich im Leben wichtig ist, dass man verantwortlich ist für seine eigenen Taten und die Deutschen so was noch mal verhindern genau wie die Amerikaner."
Autor/in:
Jochanan Shelliem
Redaktion:
Hanns Otto Engstfeld
Erlebte Geschichten: Richard W. Sonnenfeld





