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Den "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich im April 1938 erlebte der 12jährige Dietmar Schönherr mit Entsetzen und Fassungslosigkeit: Er fragte sich, wie es möglich sei, dass dieselben Menschen an einem Tag noch "Heil Österreich" skandierten und kurz darauf begeistert "Heil Hitler" brüllten. Sein Vater, ein hochdekorierter General, wurde automatisch in die Wehrmacht übernommen und nach Potsdam versetzt. So verschlug es den in Tirol aufgewachsenen Dietmar Schönherr nach Preußen. Mit 17 wurde er für den Film entdeckt. In den 60er Jahren avancierte er zum ersten "Serienkultstar" des Deutschen Fernsehens als Held in der Serie "Raumpatrouille". Gemeinsam mit seiner Frau Vivi Bach kreierte er in den 70er Jahren mit "Wünsch Dir was" die erste erfolgreiche Fernseh-Show, in der auch Politiker auftraten und mit unlieb-samen Wahrheiten konfrontiert wurden.
Dietmar Schönherr ist ein Mann mit vielen Facetten: Er gilt nicht nur als populärer und erfolgreicher Schauspieler, Showmaster, Autor, Regisseur und Synchronsprecher - er hat auch den Ruf eines unbequemen politischen Mahners. Seit 20 Jahren engagiert er sich mit Ernesto Cardenal in Nicaragua. Unermüdlich sammelt er Spenden für sein Projekt: "Casa de los Tres Mundos", ein Kulturzentrum, in dem Jugendlichen eine Berufsausbildung geboten wird. Dietmar Schönherrs Motivation für sein großes Engagement ist sein unerschütterlicher Glaube an das "Prinzip Hoffnung".
Autor/in:
Katrin Fromme
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Dietmar Schönherr






