s
Lorenz Knorr bezeichnet sich als Widerstandskämpfer und Antifaschist - er hat zwar am Afrika-Feldzug unter Rommel teilgenommen, wurde aber wegen "Wehrkraftzersetzung" in eine Strafkompanie versetzt, die, wie er sagt, "als Kanonenfutter" vor den Panzern hergeschoben wurde. Als eine Mine hochging, verlor Knorr ein Auge, auf einem Ohr hört er seitdem nicht mehr. Knorr, 1921 in Eger geboren, gehörte lange der SPD an. 1960 trat er aus, als die SPD nach der Wiederbewaffnung der Bundeswehr auch die atomare Verteidigung befürwortete. Lorenz Knorr gründete 1962 die Deutsche Friedens-Union und war viele Jahre Geschäftsführer des Verbands der Verfolgten des Naziregimes/Bund deutscher Antifaschisten (VVN/BdA) - bekannt wurde er durch seine hartnäckigen Recherchen, ehemalige Nazifunktionäre in einflussreichen Positionen des demokratischen Deutschland aufzuspüren.
Lebenslauf
Lorenz Knorr (81), entstammte einer Arbeiterfunktionärsfamilie aus dem vormaligen Eger. Dort war er Vorsitzender der Sozialistischen Jugend. Antifaschistischer Widerstand gegen das NS-Regime; verurteilt von einem Kriegsgericht. Ab 1947 Landessekretär der Sozialistischen Jugend/Die Falken.von 1950 bis 1960 Bundessekretär und Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes. Mitglied im Jugend- und im Kulturpolitischen Ausschuss des Parteivorstandes der SPD. Leiter des Projekts Frieden & Abrüstung an der Uni Oldenburg von 1978 bis 1980.Langjähriger Vizepräsident des Internationalen Verbindungsforums der Friedenskräfte. Bundessprecher der VVN-BdA bis 1994. Zahlreiche Buchveröffentlichungen und Zeitschriftenbeiträge im In- und Ausland.
Autor/in:
Hans-Detlev von Kirchbach
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Lorenz Knorr





