s

Eine Frau spaziert am Zaun eines Strandweges entlang (Rechte: WDR)
Sendung vom 16.01.2005, 07:05 bis 07:30 Uhr
Erika Krauß; Rechte: picture-alliance/ dpa

 Erika Krauß

"Tragen die anderen Hosen, trag ich Minirock"

Die Hamburger Fotografin Erika Krauß

Gorbatschow und seine Raissa? "Ganz entzückend". Kohl? "Schwierig". Hitchcock? "Reizend". Jassir Arafat? "Ach, der war prima. Ganz unkompliziert". Seit 54 Jahren fotografiert Erika Krauß für die Hamburger Morgenpost die Staatsempfänge im Rathaus, schläft nachts fünf Stunden und ist am Morgen wieder topfit. Geboren wurde sie am Ende des Ersten Weltkriegs und ist immer noch dabei. Auch wenn sie immer gebückter geht. Das kommt von der schweren Fotoausrüstung, die sie ihr Leben lang geschleppt hat. Der erste "Schweine schwere" Apparat war die Askania, eine Kamera, damals bei der TOBIS, wo sie anfing. "Ich als kleines Würstchen mit 'ner Riesentrommel!", erinnert sie sich lachend.

Immer noch kurvt die zierliche kleine Fotografin in ihrem schwarzen Golf tagtäglich durch Hamburg. Für sie zählt immer der nächste Tag, das nächste Bild. Immer nur nach vorne schauen. Weiter leben. Nicht zurückblicken. Nicht innehalten. Und immer mit einem schicken Hut auf dem Kopf, heute im schwarzen Kostüm. Ihr Lebensmotto: "Tragen die anderen Hosen, trag ich Minirock!"

Lebenslauf

10. Dezember 1999 Pressestelle des Senats der Hansestadt Hamburg "Eine Frau mit Format, die Hamburgs Fotogeschichte mitgestaltet hat"Bürgermeister Ortwin Runde überreichte am heutigen Vormittag den Alexander-Zinn-Preis im Kaisersaal des Rathauses an die Fotografin Erika Krauß. Über die Auswahl der Hamburger Fotografin als Preisträgerin entschied im August diesen Jahres ein vom Senat berufenes, unabhängiges Preisrichter-Kollegium. Die Auszeichnung ist vom Senat 1965 für Hamburger Journalistinnen und Journalisten gestiftet worden. Sie wird alle drei Jahre verliehen und erinnert an den Gründer und ersten Leiter der Staatlichen Pressestelle (1922), Staatsrat Alexander Zinn. In seiner Gratulationsrede würdigte der Erste Bürgermeister Erika Krauß als eine "Frau mit Format , eine originelle und originale Bildgestalterin, sowie markante Fotokünstlerin, die Hamburgs Fotogeschichte mitgestaltet hat." Weiter sagte der Bürgermeister: "Ich freue mich, dass der Alexander-Zinn-Preis diesmal an eine Fotojournalistin geht. Denn der Bildjournalismus ist ein Genre, das zu wenig gewürdigt wird." "Dem Augenblick Dauer geben" -das ist seit mehr als einem halben Jahrhundert Erika Krauß` Herzensangelegenheit. Sie ist die bekannteste Hamburger Fotografin. In Hamburg passiert nichts wichtiges ohne Erika. Ob Staatsbesuche, ob Rathauspolitik, ob Premieren oder Vernissagen - alles spiegelt sich in der Linse ihrer Kamera. Dass Erika Krauß zu denen gehört, die uns mit einem Foto eine ganze Geschichte erzählen können, wissen wir. Und für diese Kunst ist sie schon wiederholt geehrt worden: 1990 erhielt Erika Krauß die Goldene Filmrolle der internationalen Kunstmesse ART Hamburg. 1996 ehrten eine Reihe ihrer Kolleginnen und Kollegen "Hamburgs älteste Fotografin" in einer Ausstellung während "Du und Deine Welt". Und heute also der Alexander-Zinn-Preis."

 

Autor/in:

Christiane Raasch

Redaktion:

Mark vom Hofe

Unsere Audios und Videos können Sie mit dem Macromedia Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
http://www.adobe.com/go/getflashplayer_de

Erlebte Geschichten: Erika Krauß

vorherige Sendung vorherige Sendung

nächste Sendung nächste Sendung




Erlebte Geschichten

Ein aelteres Paar sitzt auf einer Parkbank in Berlin-Mitte (Rechte:ddp)

... von A-Z zum Nachlesen und Hören [mehr]

Radio zum Mitnehmen

Blaues Ohr mit Ohrstöpsel mit von ihm ausgehenden Sendewellen vor blauem Hintergrund (Rechte: WDR)

Erlebte Geschichten als Podcast [mehr]