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Offiziell hatten sie verloren, die Gegner der Startbahn am Frankfurter Flughafen. Denn die Rollbahn wurde gebaut. Moralisch aber hatten sie gewonnen - mit ihrem gewaltfreien Widerstand in den Wäldern um Mörfelden, in diesem Oktober vor genau 25 Jahren. Sie verschanzten sich in Hütten und wollten mit Transparenten und Gitarren den Wald vor den Flugzeugen schützen - in vorderster Linie mit dabei: Kurt Oeser, Pfarrer der evangelischen Gemeinde von Mörfelden, kirchlicher Umweltbeauftragter, zuerst für Hessen und Nassau, später für die ganze Republik, schlicht "Startbahnpfarrer" genannt. 1958 war er nach Mörfelden gekommen; die Schichtarbeiter dort, viele bei Opel beschäftigt, klagten, dass sie nachts wegen des Fluglärms nicht schlafen könnten - für Oeser, der sich der Tradition der Arbeiterpriester verpflichtet fühlte, eine persönliche wie berufliche Aufgabe, tätig zu werden. Er besorgte sich Lärmgutachten, ging zur SPD in die Politik, gründete eine Interessengemeinschaft zur Bekämpfung des Fluglärms, fand Gleichgesinnte rund um andere Flughäfen und setzte die Flugbetreiber über Jahrzehnte unter Druck.
Autor/in:
Jürgen Salm





