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Es war eines der spannendsten Rennen der Olympischen Spiele von 1960: das 400-Meter-Finale der Herren. Wer Carl Kaufmann schlagen will, hatte die italienische Presse geschrieben, der muss schon unter 45 Sekunden bleiben, eine Zeit, die damals als Schallgrenze galt für das, was ein Läufer auf dieser Strecke schaffen konnte. Leicht favorisiert war dennoch der Amerikaner Otis Davis. Carl Kaufmann ging das Rennen etwas verhalten an, eingangs der Zielgeraden hatte er noch einen respektablen Rückstand auf Davis, aber dann zog er einen Schlussspurt an, der Zuschauern wie Journalisten den Atem verschlug. Auf der Ziellinie hatte er Davis eingeholt. Oder überholt? "Wäre das Rennen 5 Meter länger gewesen, ich hätte ihn deutlich geschlagen," sagt Carl Kaufmann. Und: "Heute hätte man wahrscheinlich zwei Goldmedaillen vergeben, aber damals war so etwas im Reglement nicht vorgeschrieben." Immerhin: die Zeit für beide: 44,9 Sekunden. Weltrekord. Für Kaufmann gab's Silber. Nach Rom widmete sich Carl Kaufmann mehr und mehr seiner zweiten Berufung: dem Singen.
Lebenslauf
- geboren am 26. März 1936 in New York
- Schulbesuch in Karlsruhe am Bismarck-Gymnasium
- Abschluss an der Musikakademie als ausgebildeter Tenor
- Sportlehrer-Examen am sportlichen Institut der Technischen Hochschule Karlsruhe
- 1960 Olympia-Silbermedaille in Rom
- Ende der 60er Jahre Realschullehrer in Karlsruhe
- Ende der 60er Jahre Gründung des Kellertheaters "Die Käuze"
Autor/in:
Albert Wiedenhöfer
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Carl Kaufmann






