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Juli 1997: Heinz Dürr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, gibt sein Amt auf - fast sieben Jahre hat Dürr, vom damaligen Kanzler Kohl damit beauftragt, aus dem Staatsunternehmen ein Wirtschaftsunternehmen zu machen und zugleich die Reichsbahn, die DDR-Bahn, einzuverleiben, am ehrgeizigen Vorhaben gearbeitet. Mit ersten, aber noch nicht durchschlagskräftigen Erfolgen. Dürr haderte als Aufsichtsratschef der Bahn noch eineinhalb Jahre mit seinem Nachfolger, ehe er das Kapitel Bahn ganz abschloss und sich wieder seinem eigenen mittelständischen Unternehmen widmete.
Heinz Dürr, 1933 in Stuttgart in ein alt eingesessenes Familienunternehmen geboren, machte nach dem Abitur eine Schlosserlehre und musste 1957 sein Maschinenbaustudium abbrechen, weil der elterliche Betrieb, der erfolgreich Lackieranlagen für die Automobilindustrie der Welt herstellt, ihn brauchte.
Als Vorsitzender des Verbands der Metallindustrie in Baden-Württemberg handelte Dürr mit dem damaligen IG-Metall-Bezirksleiter Franz Steinkühler 1978 in der Tarifauseinandersetzung einen Kompromiss aus, der bundesweit Beachtung fand. Dürr war inzwischen so bekannt, dass ihm der Aufsichtsrat von AEG-Telefunken zutraute, den angeschlagenen Konzern zu retten - eine Mammutaufgabe mit vielen Höhen und Tiefen, der sich Dürr 15 Jahre unterzog und bei der er den endgültigen Fall von AEG nicht aufhalten konnte.
Autor/in:
Ingo Zander
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Heinz Dürr






