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Im Juli 1958 erhielt Anneliese Poppinga einen unerwarteten Anruf: Sie solle sich innerhalb von zwei Tagen in Bonn bei Bundeskanzler Adenauer vorstellen. Die damalige Chefsekretärin an der Deutschen Botschaft in Tokio war verdutzt. Sie hatte sich nicht beworben und hatte auch nicht vor, sich in der Politik zu engagieren. Sie war eigentlich nur auf Heimaturlaub, um sich zu überlegen, ob sie nach ihrer Zeit in Tokio Botschafter Kroll nach Moskau folgen sollte. Das Vorstellungsgespräch, das dann folgte, sollte ihr Leben verändern. Innerhalb einer Woche fing sie bei Bundeskanzler Konrad Adenauer an. Und sie blieb 9 Jahre - bis zu seinem Tod. Und sogar darüber hinaus. Denn danach wurde sie Geschäftsführerin des Konrad Adenauer Hauses in Rhöndorf, einem kleinen Museum, das den Lebensweg des ersten Bundeskanzlers zeigt.
Neun Jahre lang erlebte kaum ein Mensch Konrad Adenauer so nahe wie Anneliese Poppinga. Nachdem er nicht mehr Bundeskanzler war, fuhr sie mit ihm nach Cadenabbia und brachte ihn dazu, seine Memoiren zu schreiben. Sie zog sogar zu ihm nach Rhöndorf, um dort mit ihm zu arbeiten. Anneliese Poppinga war bei ihm bis zu seinem Tod. Sie bekam mit, wie er noch vom Krankenbett aus Telegramme an de Gaulle sandte, er möge doch auf einer gerade tagenden Konferenz der Regierungschefs etwas für Europa tun. Vor vierzig Jahren, am 19. April 1967, starb Konrad Adenauer im Alter von 89 Jahren in seinem Haus in Rhöndorf.
Autor/in:
Sibylle Plogstedt
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Anneliese Poppinga






