s
"Ich muss mal was anderes sehen!"
Michele Sanzone: Aus Abenteuerlust als Gastarbeiter nach Deutschland
Michele Sanzone war 18 Jahre alt, als er aus einem kleinen Dorf bei Salerno in Süditalien in die Klingenstadt Solingen kam. Die Langeweile im Dorf, die Abenteuerlust und der Wunsch, Frauen kennen zu lernen, die nicht so gut behütet werden wie die italienischen Frauen, trieben ihn in die große weite Welt. Er wollte nicht lange wegbleiben, ein paar Jahre vielleicht und dann zurück nach Italien. In Solingen arbeitete er zunächst als Friseur für 80 Mark die Woche. Das war ihm zu wenig, er wechselte in eine Fabrik, damit er Geld zusammensparen konnte. Wenig später lernte er seine deutsche Frau kennen, eine "typische Deutsche": schlank und lange blonde Haare. Ihr Vater war nicht sehr gut auf Italiener zu sprechen. Das junge Paar heiratete trotzdem und bekam drei Kinder. Erst später erfuhr Michele Sanzone von der NS-Vergangenheit seines Schwiegervaters. Nach Jahren ging die Ehe in die Brüche, er behielt die Kinder und zog sie groß. Heute lebt er mit seiner zweiten Frau, einer Italienerin, immer noch in Solingen. Deutschland ist ihm eine zweite Heimat geworden.
Autor/in:
Sefa-Inci Suvak
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Michele Sanzone





