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Eine Frau spaziert am Zaun eines Strandweges entlang (Rechte: WDR)
Sendung vom 12.12.2004, 07:05 bis 07:30 Uhr
Horst Brandstetter; Rechte: picture-alliance/ dpa

 Horst Brandstetter

Der Vater der Plastikmännchen

Horst Brandstetter, Unternehmer und Chef von Playmobil "Machsscho"

"Machsscho" - ich mach das schon - nannten sie ihn früher; heute ist sein Spitznahme Hob: Horst Brandstetter, der Chef des Spiel-zeugherstellers Playmobil. Als er Anfang der 70er Jahre im Zeichen der Ölkrise über die Zukunft seines fest in der Familie verankerten Spielzeugunternehmens nachdachte, sah er nur einen Weg: Ein System-Spielzeug musste her, zum Auto die Garage, zur Garage die Einfahrt und schließlich die Menschen, die mit dem Auto fahren und die Einfahrt begehen. Ein Baukasten-Spielzeug, aus Kunststoff, nachdem Brandstetter bis dahin nur in Metall produziert hatte. Der 1933 in Zirndorf bei Nürnberg geborene gelernte Formenbauer hatte Erfolg, der bis heute anhält. "Hob" hält die Fäden weiter in der Hand - selbst wenn er die Wintermonate des Jahres in Florida verbringt, viel Golf spielt - und dabei darüber nachdenkt, was Kindern sonst noch gefallen könnte.

Lebenslauf

Geboren am 27. Juni 1933. Großvater Andreas Brandstätter, der 1876 gleichnamige Spielzeugwarenfabrik gründete. Vater führte Firma weiter und gab ihr den Namenszusatz Geobra.Ausbildung zum Formenbauer, danach Gesellschafter in familieneigener Firma. 1974 Design der "Playmobil"-Figuren. Erste Messe enttäuschend. Kurz vor Ende der Messe kaufte niederländischer Großhändler die Indianer-Ritter-Bauarbeiter-Serie. Markteinführung in den Niederlanden durchschlagender Erfolg. Bis Ende des Jahres bereits 3 Mio. DM Umsatz, Produktion wurde stetig gesteigert. Charaktere seitdem kaum verändert, keine kurzlebigen Trends, kein Kriegsgerät, keine Horrorfiguren. Mit "Playmobil" wurde seine Firma zum größten Spielzeughersteller Deutschlands. Stammsitz der Firma in Zirndorf, wo sich auch der Playmobil-Fun-Park befindet. Produktion aber auch in Dietenhofen, auf der Insel Malta, im spanischen Onil und im Tschechischen Asch. Verkauf in 60 Länder weltweit, 58% wurden 2003 im Ausland umgesetzt. In 2003 wurde mit "Playmobil" weltweit 324 Mio. Euro umgesetzt (Gesamtumsatz der Brandstätter-Gruppe im selben Jahr betrug 331,4 Mio. Euro). 1428 Beschäftigte, 1257 alleine in Deutschland. Zahlt aus eigenem Vermögen viel Geld in eigene gemeinnützige Stiftung "Kinderförderung durch Playmobil", diese soll ihm später auch als Eigentümerin des Firmenvermögens folgen. Brandstätter ist verheiratet und hat mehrere Söhne.

 

 

Autor/in:

Ingo Zander

Redaktion:

Mark vom Hofe

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