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Eine Frau spaziert am Zaun eines Strandweges entlang (Rechte: WDR)
Sendung vom 12.11.2006, 07:05 bis 07:30 Uhr

"Paradiesvogel zwischen Freud und Jung"

Sophie Templer-Kuh, Tochter des Psychoanalytikers Otto Gross

Nur durch einen Zufall entdeckte sie den Namen ihres Vaters. Als sie in einem Wiener Antiquariat ein Buch in der Hand hielt mit dem Titel "Anton Kuh. Das war mein Onkel!", nickte der betagte Inhaber und sagte: "Anton Kuh habe ich oft im Café Central gesehen, zusammen mit diesem kokainsüchtigen Dr. Gross!" Und er zeigte ihr eine Biografie über Otto Gross, den "Paradiesvogel zwischen Freud und Jung". Sie erkannte den Namen und wusste, ihren Vater gefunden zu haben. Sophie Templer-Kuh, 1916 als uneheliches Kind von Marianne Kuh und Otto Gross geboren, ging mit acht Jahren mit ihrer Mutter nach Berlin, wo ihre Mutter den Schriftsteller Alexander Solomonica heiratete. Ihren Stiefvater nannte Sophie Vater. Über Wien emigrierte sie, die junge jüdische Frau, in den 30er Jahren nach England, heiratete, siedelte nach kurzem Deutschland-Aufenthalt in die USA über - um 1982, inzwischen Mitte 60, nach Europa zurück zu kehren. Sie las über ihren Vater Otto Gross, den sie nie kennen gelernt hatte, über den sie aber durch gründliche Recherchen dann viel erfuhr. In diesen Tagen wird sie 90 Jahre alt.

 

 

Autor/in:

Harald Neckelmann

Redaktion:

Mark vom Hofe

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