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Wolfgang Leonhard, 1921 in Wien geboren und in Berlin aufgewachsen, war schon in seiner Jugend überzeugter Marxist: Mit 10 Jahren schloss sich der Sohn einer engen Freundin von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht den "Jungen Pionieren", der Jugendorganisation der KPD, an. Als es für Kommunisten in Deutschland immer gefährlicher wurde, emigrierte Leonhard zunächst nach Stockholm, dann mit seiner Mutter nach Moskau - um in der Sowjetunion eine Ausbildung zum kommunistischen Polit-Kommissar zu machen. 1945 kehrte er mit Walter Ulbricht nach Deutschland zurück, um mit der Gruppe Ulbricht aus den Trümmern des deutschen Reichs einen sozialistischen deutschen Staat aufzubauen. Bis 1949 lehrte er an der SED-Parteihochschule Karl Marx - dann brach er mit der Ideologie und setzte sich nach Belgrad ab, wo er als Journalist arbeitete, ehe er 1950 in die Bundesrepublik übersiedelte und sich als Ostexperte und Russlandkenner einen Namen machte. 1955 veröffentlichte er sein bekanntestes Buch "Die Revolution entlässt ihre Kinder" - eine Beschreibung seines politischen Wegs vom glühenden Marxisten zum Abtrünnigen. Heute lebt Leonhard, verheiratet mit der früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Elke Leonhard, in der Eifel.
Autor/in:
Ingo Zander
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Wolfgang Leonhard






