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"Mit Pinochet konnte man nicht reden"
Karl Moersch, Ex-Staatssekretär im Auswärtigen Amt, über seine Begegnungen mit den Diktatoren der Welt
Knapp sechs Jahre war Karl Moersch Parlamentarischer Staatssekretär im Auswärtigen Amt: Von 1970 - 1976 mit einem Außenminister Walter Scheel zu Zeiten der sozialliberalen Koalition. Moersch, 1926 im württembergischen Calw geboren, gelernter Journalist und 1964 für die FDP in den Bundestag gewählt, sagt im Rückblick auf seine Zeit im Auswärtigen Amt, "eine Art Minenhund" gespielt zu haben. Er hatte die Aufgabe, Menschen rund um den Globus aufzusuchen, "die man nicht ganz offiziell besuchen wollte". So fuhr Karl Moersch nach Chile zu Allende ("ein witziger, aufgeschlossener Mann") und später zu Pinochet ("ein General, wie er im Buche steht, ein Kommisskopf, und noch eitel dazu") und nach Bagdad zu Saddam Hussein, der ihm "kühl, geschäftsmäßig und erhaben" vorkam: "Er wollte demonstrieren, dass er der große Manitu war und mit diesen Europäern so umgeht."
Lebenslauf
- Geboren am 11. März 1926 in Calw/Baden-Württemberg als Sohn eines Gastwirts
- Nach dem Abitur 1944 wurde er noch zum Kriegsdienst (Werfergruppe) eingezogen und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
- 1947 Rückkehr aus der gefangenschaft und Gasthörer an der Universität Tübingen (Naturwissenschaften), wandte sich dann dem Journalismus zu und wurde Redaktionsvolontär beim 'Schwabenecho'.
- 1948 Redakteur bei der 'Rheinpfalz'
- 1947 Mitbegründer der DVP in Baden-Württemberg, die später in der FDP aufging
- Ab 1954 Arbeit für den 'Deutschen Forschungsdienst' in Bad Godesberg
- 1964 Mitglied des Deutschen Bundestags
- 1970 Nachfolger von Prof. Dahrendorf, Palamentarischer Staatssekretär.
- 1971-1974 Landevorsitzender der FDP in Baden-Württemberg
- Tätigkeit für den Südwestfunk
- Moersch ist verheiratet und hat ein Kind
Autor/in:
Ingo Zander
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Karl Mörsch






