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Kurz vor Ende des 2. Weltkriegs geriet August Kinast, Stellmacher aus Schlesien und dort 1914 geboren, in russische Gefangenschaft. Aber Kinast konnte aus dem Lager bei Stettin spektakulär fliehen. Zuerst half ihm ein deutscher Lageraufseher, ohne es zu wollen: Er übertrug Kinast die Aufgabe, das Werkzeugdepot zu führen - und drückte ihm damit den Schlüssel zur Freiheit in die Hand. Denn zwei Mitgefangene hatten herausgefunden, dass vom Depot ein Tunnel in die Freiheit gegraben werden konnte. Kinast machte mit, acht Wochen lang gruben sie einen 20 Meter langen Tunnel; im dichten Schneetreiben des 4. Dezember 1946 entkamen fünf Gefangene, darunter der Schauspieler und spätere Kölner Konzertagent Otto Hofner. Zu Fuß, später mit dem Zug, gelangten sie nach Berlin. Nach "drei Tagen und drei Nächten" war die Wohnung der Schauspielerin Brigitte Mira die erste Anlaufstelle, erinnert sich August Kinast, "das hatte der Otto alles ausgeklügelt". Und hier endete die gemeinsame Flucht, die Wege der Männer trennten sich. August Kinast ging auch in Freiheit wieder unter Tage: Eine "Werbung von der Grube" lockte ihn in das Aachener Steinkohlenrevier nach Alsdorf, wo er beinahe 25 Jahre als Bergmann arbeitete. Heute lebt der 92jährige im nordhessischen Korbach und findet: "Ich habe viel Glück gehabt."
Autor/in:
Tim Schauen
Redaktion:
Mark vom Hofe





