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Es ist Anfang Januar 30 Jahre her. Eva Rühmkorf tritt in Hamburg ihr neues Amt an als Leiterin der frisch geschaffenen „Leitstelle für die Verwirklichung der Gleichstellung der Frau“. Sie, 1935 in Breslau geboren, studierte Psychologin, und von 1973 an Leiterin der Jugendstrafanstalt in Bergedorf, hatte nur einen kleinen Stab an Mitarbeiterinnen, mit dem sie äußerst engagiert und motiviert Gesetzentwürfe und Verordnungen überprüfte, in Hamburg eingesetzte Schulbücher auf antiquierte Rollenklischees untersuchte und sich für öffentlich geförderte Frauenhäuser und Frauenprojekte einsetzte. Was sie später als „Spielwiese für SPD-Frauen“ bezeichnete, machte sie weit über Hamburg hinaus bekannt. SPD-Kanzlerkandidat Hans-Jochen Vogel holte sie 1983 in sein Schattenkabinett. Fünf Jahre später wurde sie in Schleswig-Holstein Kultusministerin, fünf weitere Jahre später zog sie sich zurück: „Nach fast einem Vierteljahrhundert aktiver Reformpolitik hatte ich das Bedürfnis nach Atemholen und Zeit zum Nachdenken“. Seit 1964 war Eva Rühmkorf mit dem Dichter Peter Rühmkorf verheiratet, der im Juni 2008 im Alter von 78 Jahren starb.
Autor/in:
Ingo Zander
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Eva Rühmkorf






