s
Wolfgang Engels, heute 65 Jahre alt, stammt aus Düsseldorf. Als er 10 war, ging seine Mutter, KPD-Mitglied, mit ihm nach Ost-Berlin. Der Vater blieb im Rheinland. Wolfgang Engels war Soldat, als die Mauer am 13. August 1961 gebaut wurde. Für ihn hieß die Mauer: Kein Kontakt mehr zum Vater, für seine Mutter als Mitarbeiterin der Staatssicherheit keine Ausreisemöglichkeit mehr. Als Engels um Ostern 1963 mit Freunden im Grenzbereich festgehalten und durchsucht wurde, reifte in ihm der Entschluss, die DDR zu verlassen. Er war damals Kraftfahrer in Zivil bei der Nationalen Volksarmee und hatte Zugang zum Fuhrpark; von einem Kollegen ließ er sich unter einem trickreichen Vorwand den Umgang mit einem Panzerfahrzeug erklären und fuhr mit dem schweren Gerät, das für die Parade am 1. Mai vorgesehen war, in Richtung Mauer, schaffte aber den Durchbruch nicht ganz: Die Schnauze des Wagens war bereits im Westen, Führerhaus und Türen noch im Osten. Unter Beschuss der Grenzsoldaten und schwer verletzt schleppte sich Engels auf die Stacheldrahtrollen, von denen aus Westberliner ihn in die Freiheit zogen.
Autor/in:
Astrid Pietrus
Redaktion:
Mark vom Hofe
Hier der Beitrag vom 10. August 2008 zum Hören!





