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„Radio, Kühlschrank, Schallplatten - das war für mich Deutschland“
Naci Sahin über seine Kindheit in der Türkei und dem Rheinland
Naci Sahin wuchs in einem Dorf in Anatolien auf. Seine Familie war arm, aber Naci wollte beweisen, dass aus ihm etwas werden kann. Naci wurde als Gymnasiast zu Verwandten geschickt – wo er es aber nicht aushielt. Mit 15 ging er zum Militär, das ihn nahm, weil er ein guter Ringer war. Neben seinem Militärdienst machte er das Abitur nach, um Wirtschaft zu studieren. „Am Tag war ich Soldat, abends Student“. Aus dem Studium wurde nichts, weil Anfang der 70er Jahre in der Türkei eine Studentenrevolte tobte. Naci Sahin ging nach Deutschland, wo er Ringer, Fabrikarbeiter, später Sozialarbeiter war. Heute ist er in zweiter Ehe mit einer Türkin verheiratet und träumt, als Pensionär mehr Zeit in der Heimat zu verbringen. Obwohl er sich in Deutschland heimisch fühlt, findet er, dass die Deutschen früher höflicher waren.
Autor/in:
Justus Hermann
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Naci Sahin
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