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Eine Frau spaziert am Zaun eines Strandweges entlang (Rechte: WDR)
Sendung vom 09.02.2003, 07:05 bis 07:30 Uhr

Wenn der Wind sich dreht

Frank Beyer, Filmregisseur

Frank Beyer hat DDR-Filmgeschichte geschrieben - und als er den DDR-Oberen zu unbequem wurde und sich die Auseinandersetzungen, ob ein fertiger Film auch gezeigt werden durfte, häuften, setzte Beyer seine Arbeit im Westen fort. Sein erster Dokumentarfilm "Roznicky" entstand 1953, sein erster Kinofilm "Zwei Mütter" lief 1957 an. Bekannt geworden ist Beyer mit komödiantischen Filmen wie "Kar-bid und Sauerampfer" (1963), "Spur der Steine" (1966) - ein Film, der wenige Tage nach Erscheinen wegen Verunglimpfung des Sozialismus und der Partei wieder aus den Kinos genommen wurde - oder "Das Versteck", zu dem Jurek Becker das Drehbuch schrieb und in dem Manfred Krug die Hauptrolle spielte. Auch dieser Film blieb erst einmal gesperrt, weil Becker und Krug zu den DDR-Künstlern zähl-ten, die eine Petition gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns geschrieben hatten.


Lebenslauf


  • Geboren am 26.03.1932 in Nobitz (Thüringen).

  • Besuch der Grund- und Oberschule in Altenburg bis 1945, nach Kriegsende Aufbauklasse und Abschluss mit Abitur 1950

  • Ab 1950 Ausbildung zum Schmalfilmvorführer in der Volksbildung, Kreissekretär des Kulturbundes in Altenburg, Dramaturg und Regie-Assistent am Kreistheater Crimmitschau/Glauchau.

  • 1952 Beginn des Regie-Studiums an der Film- und Fernsehfakultät der Akademie der Musischen Künste (FAMU) in Prag, zusammen mit den späteren Regisseuren Ralf Kirsten und Konrad Petzold 1954 erster Film "Wetterfrösche" (Roznicky), eine kurze Dokumentarfilmübung

  • 1955 - 1957 neben dem Studium Praktika im DEFA-Studio für Spielfilme in Potsdam-Babelsberg, Assistent bei den Regisseuren Kurt Maetzig, Hans Müller und Kurt Jung-Alsen.

  • 1966 nach dem Verbot von "Spur der Steine" Entlassung aus dem Studio; Beyer wird zur "Bewährung" in die Provinz ans Theater delegiert.
    1967 - 1969 Inszenierungen: Staatstheater Dresden.

  • 1974 mit "Jakob der Lügner", nach fast zehn Jahren, Rückkehr zum Kinofilm; die Co-Produktion mit dem Fernsehen der DDR wird zu Beyers national und international erfolgreichstem Film.

  • 1975 Academy Awards: Oscar-Nominierung von "Jakob der Lügner" in der Kategorie "Bester ausländischer Film".

  • 1977 Unterzeichnung der Petition gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns aus der DDR; Manfred Krug, Beyers männlicher Hauptdarsteller, verlässt im Sommer die DDR, worauf der Film "Das Versteck" erst nach langen Kämpfen 1978 zur öffentlichen Aufführung gelangt und bald darauf aus den Kinos verschwindet.

  • 1980 - 1981 Beyer erhält die Genehmigung, in der BRD zwei Fernsehproduktionen zu realisieren.

  • 1982 - 1983 erneut tätig bei der DEFA mit der Verfilmung von Hermann Kants Roman "Der Aufenthalt" und Christoph Meckels "Bockshorn".

  • 1987 Inszenierung des Kabarett-Programms "Auf dich kommt es an, nicht auf alle" an der "Leipziger Pfeffermühle.

  • 1989 - 1991 "Der Bruch" und "Der Verdacht" - Beyers letzte Filme im DEFA-Studio für Spielfilme
    1991 Deutscher Filmpreis "Filmband in Gold" für das Gesamtwerk
    2001 Inszenierung "Der König und sein Narr" am Hans-Otto-Theater Potsdam; Frank Beyers Autobiografie "Wenn der Wind sich dreht. Meine Filme, mein Leben" erscheint.

 

 

 

Autor/in:

Ulrich Kothe

Redaktion:

Mark vom Hofe

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