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Eine Frau spaziert am Zaun eines Strandweges entlang (Rechte: WDR)
Sendung vom 08.04.2012, 07:05 bis 07:30 Uhr
Rechte: Franz Thiessen

 Franz Thiessen auf der Rinderfarm seines Bruders in Corall.

"Mit den Indianern haben wir plattdeutsch gesprochen“

Franz Thiessen, Russland-Mennonit über seine Kindheit in Paraguay

Franz Thiessen, 71 Jahre alt, ist Russland-Mennonit. Denn Thiessen wanderte mit seinen Eltern aus Russland über Deutschland nach Paraguay aus. Im Alter kam er nach Deutschland zurück. Heute lebt er in Leopoldshöhe bei Bielefeld. Mennoniten gehen auf den Friesen Menno Simons zurück, der im 16. Jahrhundert, nachdem in Münster die Wiedertäufer gescheitert waren, aus Teilen der christlichen Bewegung eine neue religiöse Gruppe gegründet hatte. Da sie immer wieder verfolgt wurden, flohen viele Mennoniten ins Ausland - unter anderem nach Amerika und Russland. Nach dem Zweiten Weltkrieg, verstärkt aber nach dem Fall der Mauer und des Eisernen Vorhangs, kamen mit den Aussiedlern viele Mennoniten vorwiegend aus der Sowjetunion wieder zurück nach Deutschland. So stammt etwa jeder zehnte Russlanddeutsche hierzulande aus einer mennonitischen Familie, wie auch Franz Thiessen, der sich noch gut an seine Kindheit und Jugend in Paraguay erinnert.

Autor/in:

Hedwig Lechtenberg

Redaktion:

Mark vom Hofe

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