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Wilhelm Knabe wurde am 8. Oktober 1923 bei Dresden im Pfarrhaus als eines von sieben Kindern geboren. Bereits 1949 initiierte er mit Kommilitonen eine Umweltschutzbewegung, die der SED-Staat jedoch nicht lange duldete. Knabe entwickelte als Wissenschaftler Rekultivierungskonzepte für die ostdeutsche Braunkohle, weigerte sich jedoch, zur Wahlurne zu gehen oder Soldat zu werden. 1959 flüchtete Knabe in den Westen und wurde Mitte der 60er Jahre leitender Beamter bei der Landesanstalt für Ökologie in Recklinghausen. Als die Grünen in den Bundestag einzogen, war er einer der ersten Abgeordneten.
Lebenslauf
- Wilhelm Knabe wurde am 8.10.1923 in der Nähe von Dresden geboren. Geprägt haben ihn Krieg und Gefangenschaft, aus der er als überzeugter Pazifist zurückkehrte. Zwei Themen sind bis heute Schwerpunkte seiner Arbeit: Ökologie und Menschenrechte, in Mülheim auch die Förderung des Kunstmuseums 'Alte Post'.
- Nach seiner Ausbildung zum Diplom-Forstwirt und dem Erwerb des Doktortitels in Agrarwissenschaften arbeitete er schon sehr früh im Umweltschutz. Er beschäftigte sich z. B. schon in den 50er Jahren mit der Wiederurbarmachung von Tagebau- und Industriebrachen und später mit der Wirkung von Luftverunreinigungen auf Pflanzen, insbesondere auf den Wald.
- Nach den Erfahrungen mit der DDR-Diktatur verließ Wilhelm Knabe 1959 mit sei-ner Familie die DDR und fand 1967 in Mülheim eine neue Heimat. Hier engagierte er sich in den 70er Jahren in der erfolgreichen Bürgerinitiative gegen die A31.
- Besonderes Gewicht legte der Vater von vier Kindern auf die Unterstützung von Umweltgruppen in der ehemaligen DDR und in der Dritten Welt. Der Umweltbiblio-thek in Berlin und dem ökologischen Arbeitskreis der Kirchen in Dresden hat er besonders geholfen. Dadurch geriet er in das Fadenkreuz der Stasi, die ihn als "feindlich-negative Kraft" einstufte und ihn - wie er nach der Wende durch Einsicht in seine Stasi-Unterlagen bestätigt bekam - auf Tritt und Schritt ausspionierte. Nach dem Fall der Mauer engagierte er sich ab 1991 in Zusammenarbeit mit der studentischen Umweltinitiative seiner ehemaligen Hochschule, der TU Dresden, für den Aufbau von Vorlesungen zur Ökologie, einem Öko-ABC für alle Fakultäten.
- Bis heute ist Wilhelm Knabe politisch aktiv. Als Ehrenvorsitzender des Mülheimer Kreisverbandes unterstützt er die Arbeit der Grünen bei Veranstaltungen und an Ständen. Die Diskussion mit Menschen war und ist ihm besonders wichtig: "Das Bewusstsein der Bürger für die Umwelt muss sich ändern, eine andere Politik ist nur möglich, wenn die Menschen es wollen!"
Autor/in:
Ingo Zander
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Wilhelm Knabe





