s
Ingrid Bachér, 1930 in Rostock geboren und eine Urenkelin Theodor Storms, scheut die Auseinandersetzung nicht. Als Leiterin der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Gesellschaft hat sie die Entscheidung für Peter Handke als Heine-Preis-Träger genauso kritisiert wie im vergangenen Herbst das plötzliche Eingeständnis Günter Grass', Mitglied der Waffen-SS gewesen zu sein. Ingrid Bachér, seit 1958 Mitglied der Gruppe 47, war dabei, als die Gruppe das erste Kapitel der Blechtrommel von Günter Grass auszeichnete und politische Ambitionen mit künstlerischen Zielen als vereinbar pries. Aus dem Grund fuhr sie später nach einem Intermezzo als PEN-Präsidentin Mitte der 90er Jahre auch nach Sarajevo, um dort nach dem grauenvollen Krieg darzulegen, dass Westeuropa Sarajevo nicht vergessen hatte - was ihr mühsam gelang. Bekannt geworden ist Ingrid Bachér zuletzt durch ihre Bücher "Der Liebesverrat" und "Sieh da, das Alter", in denen sie sich mit der Problematik des Alterns auseinandersetzt.
Autor/in:
Ursula Deutschendorf
Redaktion:
Mark vom Hofe





