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Mein Leben mit den Comedian Harmonists
Alexandra Kassen, Prinzipalin des Kölner "Senftöpfchen"-Theaters
Niemand hatte Alexandra Kassen 1923 an der Wiege gesungen, dass sie einmal Kabarettgeschichte schreiben würde. In der Nähe von Regensburg geboren, wuchs sie in Aachen bei ihrer Großmutter auf, bezog eine Erziehung in einem Klarissinnen-Kloster und arbeitete nach dem Krieg für die Amerikaner in Bad Wiessee. Dort lernte sie den Düsseldorfer Fred Kassen kennen, ein Mitglied der "Comedian Harmonists". Die beiden waren an der Gründung der "Lach- und Schießgesellschaft" beteiligt, erlebten den Aufstieg von Dieter Hildebrandt und Sammy Drechsel und ließen sich 1959 in Köln nieder. Hier eröffneten sie das "Senftöpfchen", boten Kabarett und Unterhaltung. Nach dem Tod ihres Mannes 1972 machte Alexandra Kassen "dann einfach weiter" und leitet bis heute ihre Kleinkunstbühne.
Lebenslauf
- geboren am 30. Januar 1923
Hier mein Leben im Zeitraffer, meine acht Jahrzehnte.
Die 20er - die Golden Twenties: Erinnerungen an die Sonntagmorgende, wo wir zu den Eltern ins Bett durften. "Betti-Schlupf" hieß das. Meine Schwester Judith bei meiner Mutter im Arm, ich beim Papa. Dann bekamen wir zum xten Mal "Max und Moritz" erzählt - ich kann noch heute einen Großteil auswendig.
Die 30er: Als ich neun war, starb unsere Mutter. Meine Schwester und ich kamen ins Institut Clarissenkloster Riedenburg im Altmühltal. Immer wenn Eltern mit neuen Mitschülern kamen, wurde mein Schrank hergezeigt, weil sie wussten, wie ordentlich er war. ...
Die 40er: Kriegsausbruch. Wir jungen Frauen mussten ein Arbeitspflichtjahr leisten. 1942 wurde mein Sohn Klaus geboren. Das Kriegsende erlebte ich versteckt im Wald am Schliersee mit Neuschnee im Mai. Das Licht am Ende des Tunnels:1946 traf ich Fred Kassen. ...
Die 50er: Meine schönsten Jahre: als Frau Kassen in München. Fred Kassen war Mitbegründer der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Wir hatten eine wundervolle Wohnung in Schwabing. 1956 wurde unsere Alexandra Franziska geboren ...
Die 60er: Umzug in die Kabarett-Diaspora Köln. Hier eröffneten wir das Senftöpfchen. Auch wenn ich zuerst schreckliches Heimweh hatte, habe ich Köln nach und nach lieb gewonnen. ..
Die 70er: Der plötzliche Tod von Fred Kassen 1972 stellte mich vor eine völlig neue Aufgabe. Bislang die "Frau hinterm Vorhang", leitete ich nun das Theater. Und machte "Kleinkunst", als noch niemand das Wort kannte ...
Die 80er: Der Umzug von der Pipinstraße ins "neue" Senftöpfchen. Unter dem Vorsitz von Alfred Biolek gründeten wir den Senftöpfchen-Förderverein als notwendige Überlebenshilfe, da wir nicht nur Stars, sondern auch junge Künstler holen wollen. ..
Die 90er Jahre: Die Höhepunkte am Schluss Milleniums: Die Geburt meiner Enkelin und die Verleihung des Verdienstkreuzes 1. Klasse durch Bundespräsident Roman Herzog ...
Die Zukunft: So viele Dinge, die ich noch vorhabe. Ich will lernen, mit meinem Handy und dem Computer umzugehen. Und dann muss ich ja auch schon bald anfangen, das 50jährige Jubiläum des Töpfchens zu organisieren. Alexandra Kassen zu ihrem 80. Geburtstag im Express vom 30. Januar 2003.
Autor/in:
Maicke Mackerodt
Redaktion:
Hanns Otto Engstfeld
Erlebte Geschichten: Alexandra Kassen






