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Unmittelbar nach der Wende übernahm Annegret Stephan in Magdeburg die Leitung der ersten Gedenkstätte in einer Haftanstalt der früheren DDR-Staatssicherheit. 16 Jahre lang hat sie dort begleiten können, wie die Häftlinge sich mit ihrer Geschichte auseinandersetzten, wie sie ihre alte Zelle besuchten und die der Familie zeigten. Sie hat die Zusammenbrüche der Häftlinge mitbekommen und es vielfach übernommen, sie bei den Rehabilitierungen zu vertreten. Sie erfuhr von Urteilen, die sie als DDR-Bürgerin nicht für möglich gehalten hatte, und sagt noch heute: „Der normale Menschenverstand reicht nicht aus, um das alles zu fassen.“ Die DDR sei ein potemkinsches Dorf gewesen, denn diejenigen, die nicht in Haft kamen, hätten einfach nur Glück gehabt, während viele, die im Gefängnis verschwanden, oft genug gar nichts getan hätten.
Autor/in:
Sibylle Plogstedt
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Annegret Stephan






