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In wenigen Tagen wird er 68 Jahre alt: Roger Melis, im Westen Berlins und bei Potsdam aufgewachsen. Christoph Dieckmann, Redakteur der Wochenzeitung „Die Zeit“, bezeichnet Melis als „Meister des ostdeutschen Fotorealismus“, dessen „Kamera den offenen Blick von Kellner, Kohlenträger, Polizist, Glockengießer, Puppenspieler, Wettbürokrat, Stadtchronist, Indianer empfängt“. Roger Melis hat vor allem Porträts eingefangen, hat die Menschen im Alltag in der DDR abgebildet, oft im Auftrag von DDR-Zeitschriften. Begonnen hat er seine Fotolaufbahn im Krankenhaus, an der Charité, als wissenschaftlicher Fotograf, der schlichtweg Medizin auf Zelluloid bannte. Ende der 60er Jahre begann er mit der Modefotografie für die DDR-Modezeitschrift „Sibylle“, lieferte Bilder auch für Westblätter wie die „Süddeutsche“, die FAZ oder „Geo“, war Nachbar von Wolf Biermann in der Chausseestraße – und bekam schließlich quasi Berufsverbot, als er für einen Artikel des Regimefeinds Erich Loest, den Schriftsteller aus Leipzig, der etliche Jahre in Bautzen saß, die Fotos lieferte.
Autor/in:
Ingo Zander
Redaktion:
Mark vom Hofe





